Ein ganz normaler Tag

Ein Blick, wie in ein Aquarium, bei jeder Änderung des Blickwinkels wirken Gegenstände kurz unscharf, oder man hat das Gefühl, als verändern sie ein Stück weit ihre Position. Es kommt einem nur so vor und es sind auch nur Sekundenbruchteile, aber es wirkt seltsam. Dazu kommt noch der Schwindel, der je nach Intensität das Empfinden mit den Augen verstärkt. Von scharf bis unscharf wechselt es hin und her. Wie schon erwähnt, sind es nur immer sehr kurze aber behindernde Momente.

Diese beschriebe Problematik wird dann noch durch ein gestörtes Gleichgewicht und einen leichten Muskeltonus im linken Bein ergänzt. Stell es dir nun so vor, als hinkt und torkelt man einen Weg entlang, was ohnehin schon zu schaffen macht und dann kommt noch das Problem mit den Augen dazu. Der Super Gau! Weil in diesen Momenten versuchst Du mit den Händen beim Richtungswechsel irgendwo halt zu finden, Dich abzustützen. Schön brav an der Wand entlang! Ich habe auch einen Gehstock, welcher tatsächlich etwas Sicherheit beim Gehen mit sich bringt. Nur nutze ich diesen in der Arbeit nicht- aus Scham. Lieber halte oder stütze ich mich irgendwo, oder remple gegen irgendwas. Wir sind noch nicht am Ende! Zu all diesen lustigen Problemen, gesellen sich nun noch richtig heftige Schmerzen in den Beinen und auch im restlichen Körper dazu. Mit den Beinen ist das besonders abartig, weil man es ihnen nicht recht machen kann. Entweder kribbeln sie in Ruhestellung und man hat den Drang, sie zu bewegen und wenn man es macht, man ein paar Schritte geht, fühlt es sich an, als läuft man über spitze Steine oder sowas.

So war es beispielsweise heute. Und egal was Du auch machst, es wird nicht besser. Der Tag ist aber noch nicht vorbei, mit dem Blick und vor allem auch den Wunsch nach dem ersehnten Feierabend, zieht sich die Zeit gefühlt noch in die Länge. Es will kein Ende nehmen, die Müdigkeit setzt ein, ich gehe Draußen ein paar Schritte im kalten, damit ich wieder etwas frischer im Kopf werde. Erschöpfung macht sich breit und gibt mir so noch den Rest. Ich gucke auf die Uhr und es sind nur noch 30 Minuten. Fehlanzeige! Mein Chef ruft ungeplant zur Besprechung. Aus 30 Minuten wird eine Stunde! Inventur steht an und will geplant werden. Ich rutsche auf dem Stuhl hin und her, finde keine passende Position, in der die Schmerzen mal nachlassen, muss das Gähnen unterdrücken und wünsche mir nur noch, dass es vorbei ist. Endlich… Zu Ende… Weitere Maßnahmen werden auf Morgen vertagt, der Computer noch heruntergefahren und dann geht’s nach Hause. Erlöst sinke ich ins Auto, muss mich noch kurz sammeln, damit ich die 10 Minuten Fahrt noch mit etwas Konzentration hinbekomme. Zuhause wartet Kaffee und Ruhe auf mich… Aber es steht noch Kochen und Elternabend an. Aber das schaff ich heute auch noch.

Morgen ist es Freitag, noch kurz Arbeiten und dann ist Wochenende, Ruhe, Ausschlafen und nur Tun, was einem guttut. Ja… ich freu mich auf das Wochenende mit meiner Familie. Dachte dran, ein paar Glühwein am Weihnachtsmarkt zu trinken, damit das Schwanken und der krumme Blick endlich mal einen Grund haben. Das war ein Tag, wie er mittlerweile gar nimmer selten, sondern ganz normal ist. Wer mag mal tauschen? Hmm? Dachte ich mir… Würde ich aber auch nicht wollen!

Wünsch Euch was!

Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.