Erkrankungen und der Umgang damit

Es ist doch an sich schon schwer genug, wenn man die Diagnose zu einer schwerwiegenden Erkrankung erhält. In dem Moment bleibt erstmal die Welt stehen. Man versteht nicht, was da eben passiert und ist schlichtweg überfordert. Zu viele Informationen brechen auf einen herein.  Informationen, die man vor allem gar nicht wollte. Der Kopf ist nicht mehr im Stande die Infos zu verarbeiten und blockiert. Man wehrt sich dagegen, ist innerlich hin und hergerissen und will sich nur noch verkriechen. Diese Handlung ist mehr als verständlich, angesichts der Tatsache, dass ab dem Moment wo man eine Antwort auf diese gefürchtete Frage, was mit einem los ist, hat und nichts mehr so sein kann, wie es eben bis dahin war. Viele Menschen mit gut gemeinten Ratschlägen reden auf einen ein. Hier Tipps, da Hilfsangebote, dort Entscheidungen die getroffen werden sollen und während all dem Trubel leidet die Psyche immer mehr.

Es ist brutal was da auf den Erkrankten einwirkt. Angst vor dem was kommt. Unsicherheit, ob man das alles schafft. Was werden wohl die anderen denken? Wie sag ich das meiner Familie, oder meinem Chef. Was hat das überhaupt nun für berufliche Auswirkungen für mich? Brauch ich denn auch bald Hilfsmittel? Rente? Und wer weiß was noch alles für Fragen und Gedanken, welche da wie eine riesige Welle auf einen zu kommt. Jetzt kommt es drauf an, ob sich der Betroffene helfen lassen will. Das sei ganz klar vorausgesetzt, denn ohne aktive Beteiligung seiner selbst, wird das ganze scheitern. Man kann sich seinem Schicksal ergeben, zusammensacken und wehklagen, wie schlimm es einen erwischt hat. Sämtliche Ratschläge und Hilfsangebote werden geblockt und man dreht sich im Kreis. Ja, es ist nicht einfach und jeder Mensch empfindet diese Situation anders. Manch einer steckt es gar locker weg und denkt sich nicht viel dabei. Aber der Großteil muss das verarbeiten. Das gelingt am besten wenn man sein Schicksal in die Hand nimmt und nach vorne sieht.

Sicherlich muss man eventuell Gewohnheiten ablegen oder Tätigkeiten ändern, weil es vielleicht nicht mehr gehen mag, aber das heißt nicht, dass gar nichts mehr geht. Wenn das Hobby aufgegeben werden muss, sucht man sich etwas Anderes. Wenn der Job nicht mehr machbar ist, hat man immer noch die Möglichkeit der Weiterbildung oder Umschulung. Das setzte natürlich voraus, dass man noch arbeiten kann. Und selbst dann, wenn dies nicht mehr in gewohnter Weise möglich ist, finden sich Möglichkeiten um sich das Leben leichter zu machen und am aktiven Leben teilzuhaben. Man sieht also es geht immer noch weiter, man darf nur den Kopf nicht hängen lassen. Trotz allem eine gesunde positive Einstellung zum Leben haben. Und genau da macht es Sinn, Ratschläge und Tipps von anderen anzunehmen, die selbst in dieser Lage waren und von den eigenen Erfahrungen berichten können.

Ich kenne durch die Multiple Sklerose genug andere, die es weiß Gott schwerer erwischt haben als ich. Wenn ich sehe, wie positiv trotz allem Ihre Einstellung zum Leben ist, kann ich nur meinen Hut ziehen und gleichermaßen bestärkt es mich, es Ihnen gleich zu tun. Das Leben ist zu schön und zu wertvoll um es einfach so ungenutzt verstreichen zu lassen. Ich hätte im Leben nicht daran gedacht, mal zu schreiben und mittlerweile habe ich eine solche Freude daran, dass ich einen Tag, an dem ich mal nichts schreibe, als verlorenen Tag ansehe. Solch ein Hobby oder eine Berufung wünsch ich jedem, der mit seinem Schicksal hadert. Auch wenn der Spruch schon etwas abgedroschen klingt, aber wenn sich eine Türe schließt, so geht wo anders eine auf. Man muss nur den Mut haben hindurch zu gehen! Auf der anderen Seite wartet womöglich eine tolle neue Herausforderung oder Hände die einem gereicht werden. Egal was es auch ist, man sollte es annehmen und sich ein schönes Leben gestalten!

Gruß Mark

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