Der Mensch

Wohin man auch sieht, ist man sich uneins, wird gestritten und geht man sich aus dem Weg. Das ganze Jahr über wird dieses Schauspiel, anders kann man es nicht benennen, fortgeführt. Dabei sind die Gründe teilweise in ihren Ursprung so winzig, so belanglos, dass man über das Ausmaß, was daraus entstand nur den Kopf schütteln kann. Top Thema zu meist das Finanzielle, gefolgt von sonstigem Besitz, wobei es da wohl auch kein Limit gibt. Es spielt also keine Rolle was es ist, der Neid eines anderen ist allgegenwärtig.  Aber auch hinderlich und zwar für den Neider, weil dieses Handeln doch nur auf eigenes geistiges Unvermögen schließen lässt. Dabei ist Neid und Missgunst doch garnicht nötig, wenn man sich darüber klar wird, dass jeder nur in seinem Weiher, nach seinen Möglichkeiten fischen kann. Was nutzt es also im Gewässer eines anderen zu suchen?
Mit dem zufrieden zu sein, was man hat, ist dem Menschen zuwieder, weil das Streben nach noch mehr, noch besser, noch größer scheinbar in seinen Instinkten steckt.

Man gibt nicht eher Ruhe, bis man erreicht hat, was man sich in den Kopf gesetzt hat. Einen Grund für das wieso, warum das sein muss, kann kaum genannt werden. Zumindest keinen plausiblen! Einzig der Drang nach Geltung regt zu diesem Handeln an.  Aber genau da finden wir eines der menschlichen Probleme. Der Wunsch, ja gar das absolute Bedürfnis nach Erfolg, Macht und Ansehen sind unser Verderben. Zumindest ist es ein westliches Phänomen, wenn auch in anderen Bereichen zugegen. Wir führen also unsere Krieger, unsere Soldaten in die Schlacht, Tag ein, Tag aus um uns diese Anerkennung zu holen, die für unsere Fortbestehen so wichtig zu sein scheint. Wenigstens glauben wir das. Und irgendwann,  eventuell auch schon viel früher als einen lieb sein dürfte, fahren wir in die Grube hinab. All die angestrebte Anerkennung ist um sonst, die Englein stimmen Dir ein Lied an.

Wozu also das Ganze ? Wäre es nicht sinnvoller weniger materiell und machthungrig zu denken und zu handeln, sich statt dessen in Zufriedenheit zu üben, an seiner Gesundheit festzuhalten, statt diese stets zu riskieren? Das Leben ist zu kurz für Unnützes, zu wertvoll für Sinnloses und zu schön um es dafür zu verschwenden immer besser sein zu wollen als Andere. Ich bin doch schon anders! Noch individueller geht doch nicht mehr, wenn man ganz bei sich ist! Authentisch sein, menschlich und empathisch sein ist das was zählt. Und irgendwann wenn wir auf unser Leben zurückblicken, möchten wir doch zufrieden sein können. Das wünsche ich mir für mich und auch für jeden anderen. Lebt man diese Einstellung, leben es auch die eigenen Kinder und so helfe ich ganz ohne Mühe sogar noch dazu, der nächsten Generation etwas kostbares mitzugeben.

Ein freier Geist, den Blick fürs Wesentliche, Empathie, Hilfsbereitschaft und ein großes Herz. Das sollten die Maßstäbe sein, nach denen wir streben und auch leben sollten.

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One Response to Der Mensch

  1. Lieber Mark!
    Bin erst jetzt zum Lesen gekommen. Ein wundervoller und ergreifender Beitrag – danke dafür. lg Melanie – http://www.honigperlen.at

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