Leistung und die Gesundheit

Jeden Tag tobt das Verlangen in den Menschen, besondere Leistungen zu erzielen. Das Ansehen, was man dadurch erreichen will, welches fest mit dem eigenen Selbstwert verknüpft ist, braucht Nahrung. Dieses Streben ist bei vielen Menschen das oberste Ziel, doch was ist, wenn man diesem Verlangen nicht mehr nachkommen kann?

Auch mein Ziel war es immer, durch Leistung zu glänzen, weshalb man  sich immer mehr draufpacken ließ, in der Hoffnung, dass diese Leistungsbereitschaft irgendwann entsprechend belohnt wird. Signale des Körpers wurden dabei völlig ignoriert. Das eigene Auto würde man nicht so schlecht behandeln, aber bei sich selbst kann man ja nachlässig sein. Also wird immer weiter robottet und die Tage werden von mal zu mal schneller, bis man letztendlich große Mühe hat, all diese Sachen, die verlangt werden zu schaffen. Die Gesundheit vergisst aber nicht! Alles, was du deinem Körper antust, schlägt irgendwann gnadenlos zurück. Rückenschmerzen machen sich bemerkbar, wird vernommen und weiter gemacht. Sind ja nur Rückenschmerzen, die vergehen wieder. Irgendwann sind sie so schlimm, dass man zum Arzt geht. Bandscheibenvorfall! Großes Unverständnis, wieso nur passiert mir das? Immernoch kommt man nicht drauf, oder man will es nicht wahr haben, dass das eigene Handeln dafür verantwortlich ist. Weitere Bandscheiben melden sich… So langsam wacht man auf und versucht etwas zu ändern. Doch leider viel zu spät. Wiegt man nun auf, was einem die geschundene Gesundheit erbracht hat, muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man noch bei Sinnen ist. Keiner wird kommen und sich bei dir für deinen Einsatz bedanken! Letztlich erkrankt man wie in meinem Falle zusätzlich noch an Multiple Sklerose und ist ab dem Zeitpunkt dazu gezwungen, sein bisherigen Tun zu überdenken.

Diese Erkenntnis macht einen wütend. Zum einen weil man über sich selbst enttäuscht ist nicht früher zu erkennen, dass man auf dem Holzweg ist und wütend auf die anderen, welche sich die erbrachte Leistung gefallen ließen. Im Nachhinein bedacht, sind die anderen aber garnicht das Problem, denn der Fehler liegt immer bei einem selbst. Wieso lässt man zu, dass einem geschadet wird? Warum versucht man durch besondere Leistungen Anerkennung zu bekommen. Wenn man so weit ist, dass man sein eigenes Handeln in Frage stellt, tut das zuerst einmal weh. Das Ego ist gekränkt, weshalb is immer mehr in Frage stellt, bis man letztlich bei der Frage angekommen ist, was man denn überhaupt für einen Nutzen hat. Es ist schwierig, aus diesem Loch wieder herauszufinden, was aber möglich ist, wenn man sich bewusst macht, dass man in seiner Art besonders ist. Man lernt dabei viel über sich selbst und entwickelt den Mut zu sich selbst zu stehen, sich zu mögen wie man ist. Ab diesem Moment ist alles möglich! Sich seiner Stärken besinnen und Schwächen akzeptieren. Das Leben so gestalten, dass es einem fortan gut tut!

Letztlich profitiert davon die Familie und allen tut es gut. Lieber etwas weniger materiellen Schickschnack, dafür aber ein harmonisches Familienleben und selbstbewusst, glücklich aufwachsende Kinder haben. Das Leben ist zu kostbar für belangloses und kurz um es nicht zu genießen!

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