Momentaufnahme

Der Wecker schlägt mit seinem Terror los, das Bett verliert apruppt an Gemütlichkeit. Die Füße aus der Bettdecke gesteckt, um sich an diese unmenschliche Eiseskälte zu gewöhnen, was aber nur schwer gelingen mag. Hat man diesen Teil geschafft, guckt nach dem Weg ins Bad, auf der andern Seite des Spiegels eine jämmerlich dreinblickende Fratze, welche augenscheinlich um Gnade Winkel. Vergeblich, denn die restliche Müdigkeit wird mittels kaltem Wasser aus dem Gesicht gewaschen. Hurra, wiederbelebt und bereit für den Tag.

Also geht es auf in den Kampf, der Weg zur Arbeit beginnt mit einer positiven Stimmung, welche sich wie eine magische Farbe bei Temperatur, von Hell auf Dunkel kehrt. Am Schreibtisch angekommen, der künstlichen Intelligenz mittels Knopfdruck Leben eingehaucht und die Kaffeetasse aus dem Schrank gezerrt, um sie mit dem schwarzen, wohlduftenden Lebenselexier zu füllen. Je leerer die Tasse, desto wacher der Besitzer. Zumindest redet man sich das zu gerne ein. Man hangelt sich zur Mittagspause, in dieser Zeit kämpft man sich im angesichts des Kaffeedursts durch Aufträge, Listen und dumme Menschen. Letzterem kann man nicht entfliehen, ists doch der Vorgesetzte. Am Ende des Tages, man fühlt sich, als hätte man den Endboss besiegt und die Prinzessin gerettet, fährt man zufrieden nach Hause.

Wieder einen Tag überstanden und das eigene Gehirn mitsamt gesundem Menschenverstand erfolgreich vor der kollektiven Verblödung verteidigt. Der Endboss leckt seine Wunden, während der Held die Prinzessin vernascht, bis zum nächsten Tag, wo alles wieder von vorne beginnt.

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