Wochendtrip Passau

Passau, eine wunderbare Stadt!

Vor etwa siebzehn Jahren war ich schon einmal in dieser Stadt und war damals schon begeistert von dem barocken Stil und dem italienischen Touch in der Altstadt. Die ganzen Jahre über behielt ich die Erinnerungen in meinem Kopf und hielt sie am Leben. Diese Stadt hat mich so beeindruckt, dass ich oft daran dachte und auch gerne davon sprach. Jetzt war es wieder soweit, ich war wieder da und konnte meiner Frau und meinen Kindern diese wunderbare Stadt zeigen.

Die engen Gässchen mit ihrem Kopfsteinpflaster, die ornamentverziehrten Häuser, dass rege Treiben, die vielen kleinen einladenden Geschäfte und Cafés. Wir besuchten auch den Dom und ließen uns von der Kunst im Inneren beeindrucken, mit der riesigen Orgel und den vielen goldenen Verzierungen.


Eine Schifffahrt sollte noch sein, die drei Flüsse wurden befahren und allerhand Sehenswürdigkeiten wurden bestaunt. Vom Hotel Inn, was von seiner äußerlichen Anmutung einem ruhenden Mann glich, die Festung Oberhaus und Unterhaus welche erhaben auf dem Berg, der zwischen Donau und Ilz fusst, ruht.

Viele Eindrücke saugt man auf, während man durch die Stadt schlendert. Die ruhige, ja friedsame Altstadt mit ihren unzähligen, erbauten Kunstwerken. Der moderne Teil der Stadt, welcher direkt an der Altstadt angrenzt und mit seinem hektischen Treiben den totalen Kontrast zur Altstadt darstellt. Moderne große Einkaufspassagen mit unzähligen Geschäften und kulinarischen Köstlichkeiten. Farbenfroh, fröhlich aber auch laut und hektisch, was man nicht all zu lange erleben mag.


Um all das herum, in einer schier ansteckenden Ruhe, fliesen die Flüsse und ziehen ihren Weg entlang an der deutsch/österreichischen Grenze. Am Abend haben wir uns noch in der kleinen Ortschaft Schärding in Österreich, unweit von unserer Unterkunft niedergelassen um bei einem tollen italienischen Restaurant köstlich zum Abend zu essen. Noch ein anschließender Spaziergang und es war an der Zeit, ins Hotel zurückzukehren. Müde aber zufrieden, mit einem Lächeln im Gesicht ging es in die Betten.


Ich bin an dem Tag soviel gelaufen, dass zum Abend hin meine Beine kaum noch funktionieren wollten. Trotzdem habe ich jeden Schritt genossen, hab meiner MS gezeigt, wer der Boss in meinem Körper ist, zumindest für den Tag. Ja, Passau ist eine wunderbare Stadt!

Gesunde Lebensweise?

Ich habe da heute was Gutes gelesen. Ein toller Gedanke, der dazu anregt weiter zu denken. Es wurde gefragt, wieso man Lebensmittel als Bio kennzeichnen muss und ob es statt dessen nicht besser wäre ungesunde Lebensmittel zu kennzeichnen? Gute Frage. Sollte nicht generell vernünftig und biologisch nachhaltig Gemüse und Obst angebaut werden? Wäre es nicht der Fall, dass bei genereller Angleichung der Art des Anbaus, sowie einem generellen Verbot von Umwelt und Gesundheitsbelastenden Düngemitteln, der Preis für Obst und Gemüse zwar steigen würde, im Vergleich zu den jetzigen Preisen für Bioprodukte aber eventuell sogar günstiger werden würde? Sollte man sich durch den Kopf gehen lassen. Gewiss ginge sowas nicht kampflos. Hinter jeder Einnahmequelle steht eine Lobby, welche ihr Geld haben will.

Aber ich finde die Idee gut, alles was mit chemischen Zusätzen produziert wird, zu kennzeichnen. Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Farbstoffe, Bindemittel usw. all dies hat im Essen nichts zu suchen und sollte weg. Schlimmer noch ist Zucker. Stark zuckerhaltiges kennzeichnen und Isoglykose sofort wieder verbieten. Ich möchte meine Kinder gesund und bewußt ernähren, sie nicht zu Konsumenten pharmazeutischer Erzeugnisse machen.

Aber wenn ich recht überlege, tragen wir Konsumenten doch an all dem eine Mitschuld. Wir erwarten an sechs Tagen pro Woche, von früh 7 Uhr bis Abends 20 Uhr oder teils noch länger, wie es in Teilen NRWs der Fall ist, dass frisches Fleisch in Vielfalt, ebenso wie Wursterzeugnisse, Gemüse usw. verfügbar sind. Und wehe abends um zwanzig vor Acht ist kein Schnitzel mehr in der Kühlung. Wir möchten Salate, Snacks, ja sogar Obst geschält und portiniert in Plastikverpackung. Wir möchten möglichst wenig Aufwand haben und dafür nichts bezahlen. Möchten wir nicht? Wie kann es dann sein, dass man Orangen geschält in Plastikverpackung kaufen kann?

Wir lassen die natürliche Verpackung,  welche Geschmack und Vitamine schützt entfernen und packen es künstlich ein, damit wir eine Verpackung zum wegwerfen haben, die anorganisch ist und die Umwelt belastet. Sind wir echt so bescheuert? Würde da gerne drüber lachen, geht aber nicht! Tiere werden im Eiltempo gemästet, damit der Kunde stets seine Bratwurst auf dem Teller hat. Klar… In Plastik verpackt, mit nem speziellen Gas/Sauerstoff-Gemisch damit man nicht sieht, dass es schon überlagert ist. Immer frisch…. Richtig, wie das Obst in Plastik!

Ich beobachte das ja nur mal alleine bei uns Zuhause. Wie in den letzten Jahren die Menge an Plastikmüll gestiegen ist. Gigantisch! Eigentlich total verrückt! Alles in Kunststoff… Früher is man zum Markt und hat sich sein Obst und Gemüse dort, schön in Papiertüten verpackt geholt. War gut fürs Gemüse und Zuhause hatte man noch einen Anzünder für den Ofen. Getränke? Glasflaschen oder Tetrapack und keine Plastikflaschen. Fleisch und Wurst vom Metzger, frisch und lecker. Brötchen vom Bäcker. Und heute? Klar, alles einem Ort, damit die Bequemlichkeit siegt, der Nachfrage genüge getan wird. h

Hübsch vollgepackt mit Geschmacksverstärkern, Konservierungsmittel und Farbstoff, damit es besser aussieht als es tatsächlich ist. Warum machen wir das…. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eins, seit dieser Entwicklung stiegen auch die Produkte von Nahrungsergänzungsmitteln… Zufall?

Individuell ist das neue Cool!

Was macht uns zu dem, was wir sind? Was lässt uns authentisch sein? Ist perfekt sein das, was wir anstreben sollten? Macht es uns tatsächlich glücklich, irgendwelchen Modeerscheinungen zu folgen?

Wenn man sich so umsieht, sieht man überall Trends die verfolgt werden. Sind es zerrissene Jeans, hippe Schuhe etc. Ein Medien-gesteuerter Massenwahn, denn Denken und eine eigene Meinung werden grandios überbewertet. Cool ist was alle haben, sei es drum, ob wir uns dumme Phrasen nachplappern, rumlaufen wie tausende andere, um in deren Schatten ein beinahe unsichtbares Dasein zu fristen. Man zeltet vor Läden, schneidet sich die Klamotten kaputt, lässt sich beim Frisör als junges Mädel graue Haare färben. Hauptsache in der Masse nicht als normal auffallen. Ja, individuell zu sein, hat heute nichts mehr damit zu tun besonders sein zu wollen. Denn diesem ganzen Hype nachzueifern, nimmt jedes bisschen an Individualität weg. Die Art wie man denkt, fühlt und was man tut, ist vielfältiger als das äußere Erscheinungsbild. Die Meinung, dass man mit Statussymbolen aufgewertet etwas besonderes darstellt, mag augenscheinlich stimmen. Bei näherer Betrachtung hält diese Fassade aber nicht stand. Es zeigt sich sehr schnell wie man gestrickt ist.

Dabei wäre es ein leichtes, wenn man die dafür benötigte Mühe in Kauf nimmt, sich seinen eigenen persönlichen Fingerabdruck zu generieren. Hierbei ist aber nicht der physische sondern ein mentaler Fingerabdruck gemeint. Wie schon zuvor erwähnt, sind charakterliche Eigenschaften weitaus individueller und machen einen erst besonders. Wenn man von einem schönen Menschen spricht, ist dabei nicht immer das aussehen gemeint, sondern vielmehr die Schönheit seiner Seele. Liebe, Respekt und Ehrlichkeit sind es, um nur einige Punkte zu nennen, die wahren Reichtum darstellen. Das ist es, woran wir gemessen werden!

Und noch zum Thema Perfektion, ich selbst bin einer der immer gerne alles zu hundert Prozent perfekt machen wollte, weil ich der Meinung war, dass man nur daran gemessen wird, wie perfekt man ist. Ich mag Perfektion überhaupt nicht. Zumindest nicht bei Menschen. Perfektion, damit verbinde ich Putzteufel, Pendant, Erbsenzähler… Gruselig, wie ich finde! Man muss nicht perfekt sein, man darf Fehler haben. Ob das nun ein Waschbärbauch und kein Waschbrettbauch ist, ne krumme Nase, Glatze oder ob man einfach mal etwas nicht perfekt aber brauchbar und akzeptabel macht. Völlig egal! Gerade das Unperfekte ist es, was mich interessiert. Perfekt sein will jeder und die, die es sind, wissen das und geben sich entsprechend überheblich. Auch ekelig! Aber das herrlich Unperfekte, ich liebe es. Denn das macht Individualität aus. Besonders sein, aus der Masse heraustreten, selbstbewusst und glücklich. Mensch statt Model! Echt sein, man selbst sein und auf die Meinung derer, die wie Opfer dem Mainstream folgen, pfeifen!

Ich mag dich wie du bist, weil du so bist, wie du eben bist! Also bleib so, sei anders, sei aufregend! Ganz klar sei gesagt, das jeder so sein sollte, wie er mag. Und wenn es eben ein Hipster-Dasein ist, dann solls so sein. Aber es sollte sich niemand beschweren, wenn er übersehen wird.

WellenLeben