Gefühlstsunami

Ein schöner sonniger Tag, keinerlei Probleme die einem das Leben schwer machen, also alles in allem sehr zufriedenstellend. Man liest gerade etwas, im Hintergrund dudelt leise der Radio und ich genieße während dessen meine Tasse Kaffee.


Plötzlich und unvermittelt schießen mir Tränen in die Augen. Ich habe eine Strophe in einem Lied gehört, welche direkt und ohne Umwege ins Herz ging. Bezüglich des Themas, um welches es sich handelte, hat nichts davon auf mich oder eine bestimmte Situation gepasst, dennoch musste ich schlucken und brauchte etwas, um die Augen trocknen zu lassen. Es schlug richtig durch und ich hatte wieder einmal damit zu tun, zu überlegen wie es dazu kam.

Solche Situationen habe ich oft und ich überlegte tatsächlich, was genau mit mir denn nicht stimmen mag. Ist es womöglich wieder eine Depression? Man spielt nochmal all die letzten Tage und Wochen durch, um eventuell etwas zu finden, woran man dieses, ich nenne es mal Problem, festmachen könnte. Es ist aber nichts zu finden.

Die letzten Monate aber, lernte ich viel über mich selbst und war bzw. bin stets versucht an mir selbst zu arbeiten was Empathie betrifft und ich denke darin liegt der Schlüssel. Zumindest einer der Schlüssel.

Ein weiterer Punkt dürfte sein, dass ich nie wirklich gelernt habe Gefühle zu zeigen. Galt es lange als unmännlich. Nur Mädchen weinen, Jungs müssen stark sein, schön hineingepresst in die Rolle des Beschützers. Und so nahm man diesen Irrglauben an und hielt sich daran. Bis zu einem Moment wo mein Körper und mein Unterbewusstsein das nicht mehr zuließen.

Es waren über die Jahre so viele Situationen und Momente zusammengekommen, die sich aufgestaut hatten, bis an diesem beschriebenen Punkt die Dämme brachen. Hallo Depression, hallo neue ängstlich stimmende Situation.

Nichts ist mehr wie es war, alles muss zuerst bearbeitet und verstanden werden um im nachfolgenden Schritt eine Neuordnung der eigenen Gefühlswelt zu erreichen. Letzteres allerdings braucht am meisten Kraft und Ausdauer.

Ich lernte mich sonst neu kennen. Lernte abzuschließen, was nicht geklärt werden könnte, zu verzeihen, was nicht mehr rückgängig zu machen war um schlussendlich Erleichterung zu finden.

Neben dem erlernen von Selbstliebe und dem finden von Selbstvertrauen, galt es vor allem den Umgang mit seinen Mitmenschen neu zu erlernen. Sie zu lesen, sich reinzuspüren, kurz gesagt Empathie zu erlernen.

Es fühlte sich phantastisch an und man wollte mehr. Ich wurde zunehmend sicherer darin, Menschen bzw. deren befinden an ihren Gesten und ihrer Mimik zu deuten und es gelang zunehmend besser.

Diese Fähigkeit erreicht aber noch etwas ganz anderes. Man wird einfühlsamer. Nicht nur dass man eventuell schon den nächsten Schritt ahnen kann, man spürt auch manchmal, was die Intention war die dahinter steht.

Es kann spannend sein und interessant. Allerdings kann es auch weh tun, wenn man den Schmerz des anderen nachfühlen kann. Und an diesem Punkt bin ich nun wohl angelangt. Ich sehe und verstehe andere nicht nur, ich fühle sie, oder eben Situationen.

All diese Fähigkeiten führen wohl momentan dazu, dass mich ein regelrechter Gefühlstsunami überrannt hat. Diese Masse an Gefühlen und Eindrücken ist kaum noch aufzunehmen und überfordert. Es reicht ein Bild, ein Song oder einfach nur eine Situation und meine Gefühle übermannen mich.

Meist ist das nicht schlimm, geht recht schnell wieder. Blöd wirds hingegen, wenn das zu unpassenden Momenten vorkommt. Aber auch das ist wohl wieder ein Lernprozess, zu selektieren, welche Gefühle und Empfindungen geschehen sollen und welche nicht.

Am Ende bin ich noch lange nicht und ich denke ich habe noch nicht mal den Gipfel erreicht, welcher den Abstieg, das erlangen der Erkenntnisse bedeuten würde.

Die Schönheit der Stadt

Städte, eine Ansammlung von kalt wirkenden Betonbauten, in Abwechslung zu alten ehrwürdigen Häusern. Moderne und Geschichte so nah beieinander und gerade deshalb so bunt und lebendig.

Trotz der Massen an Menschen, welche jeden Tag zur Rushhour die Straßen füllen, spürt man allgegenwärtig eine Anonymität. Dieses Gefühl ist befremdlich und man fragt sich, während man eine dieser großen breiten Straßen entlang läuft, ob man in einer großen, lauten Stadt tatsächlich glücklich leben kann.

Der Gedanke war gerade so zu Ende gedacht, als sich die Straße kreuzt. Ein Blick nach rechts in die Straße hinein, offenbart den Blick auf eine Allee, welche mit ihren schattenspendenden Bäumen und einem kleinen Straßencafe zum verweilen einlädt.

Ich nehme das Angebot an, ruhe etwas unter einem dieser mächtigen Ahornbäume. Bei einem leckeren Milchkaffee und einem Stück Obstkuchen, lässt es sich hervorragend aushalten. Ich genieße zum erstenmal seit langem einen entspannten Moment in der Stadt.

Während ich meinen Kuchen genoss, beobachtete ich das zwar leicht abflauende, aber dennoch stete Treiben in den Straßen. Es ist wunderbar, einfach zu beobachten und dabei Gedanken ziehen zu lassen.

Nachdem ich gezahlt und mich für diese Leckerei bedankt hatte, zog ich weiter Richtung Innenstadt. Vorbei an einem mächtigen Glasbau, welcher sich als Universität herausstellte, weiter an einer der vielen Hauptstraßen Richtung Zentrum. Ein Fluss kreuzt und ich laufe über eine steinerne Brücke, eine dieser Sandsteinbrücken, verziert mit Ornamenten.

Es kam etwas Wind auf und brachte in dem Moment etwas Erfrischung mit sich, da die Häuser und Straßen schon sehr viel Wärme speichern. In manchen Gassen hat man das Gefühl, dass man nur schlecht Luft bekommt. Nicht von den Abgasen, sondern allein nur von der Wärme, welche abgestrahlt wird und so die engen Gassen sehr drückend erscheinen lassen.

Dennoch erblickte ich bis auf ein paar genervte Autofahrer keine schlecht gelaunten Menschen. Ich biege wieder in eine Straße ein, dem Schild Richtung Innenstadt folgend, als ich an einem Freibad vorbei kam. Mit einem schönen Eingangsbereich lud es zur Erfrischung ein.

In der Innenstadt angekommen mit seinem Kern, der Einkaufsmeile und dem rasanten Treiben, ist es sofort Schluss mit der Ruhe. Hektik macht sich breit, ein reges Treiben an den Geschäften und eine gefühlt noch größere Hitze an diesem Sommertag.

Die gemütliche Atmosphäre weicht dem städtischen Alltagsstress. Jetzt weiß ich, wieso ich es mir am Stadtrand oder auf dem Land eher gefallen lasse. Darüber können auch die unzähligen Eisdielen nicht hinwegtäuschen.

Bei all den Eindrücken, die ich sammelte, bei all der Schönheit, welche solch eine Stadt ausstrahlt, bleibt dennoch die Anonymität bestehen. Einsam irgendwann in seiner Wohnung, in irgendeiner Nebenstraße sterben und keiner bekommt es mit?

Auf dem Land undenkbar! Man grüßt sich täglich, schaut auf seine Nachbarn und man hat immer das Gefühl, dass nichts passieren könnte.

Gut… Man hat dann auch Trecker und den eindringlichen Gestank, wenn der Bauer seinen Odel ausbringt, aber so hat eben alles seine zwei Seiten. Das Land und die Stadt.

Wenn die Seele schmerzt.

Der Alltag ist schwer zu stemmen, alles wiegt ungeheuer schwer und hindert daran, schnell voran zu kommen. Während dessen nähren sich Selbstzweifel und man denkt zu viel nach. Negativ sind die Gedanken und man stellt alles in Frage. Wer bin ich, wieso bin ich und für was bin ich vorgesehen?

Interessen werden in den Hintergrund gestellt, weil man sich nichts zutraut. Unzufriedenheit gesellt sich zu den Selbstzweifeln und generieren gemeinsam einen weiteren Feind, den Selbsthass. Nicht nur, dass man zu verschiedenen Dingen nicht im Stande ist, nein, man gibt sich selbst deswegen noch die Schuld daran.

Man sieht anderen Menschen zu, sie lachen unbeschwert, haben Spaß und ihr Leben scheinbar fest im Griff. Man beginnt zu vergleichen, stellt sein komplettes Leben auf den Prüfstand, allerdings mit mäßigem Erfolg. Einzig dass die Abwärtsspirale noch schneller zu drehen beginnt.

Bislang sorgte man mit Gefälligkeiten dafür, dass man Menschen um sich herum hatte. Vermeintliche Freunde, die dann doch nur deine Fähigkeiten ausnutzten. Auch da wurde es rar. Glücklicherweise begab ich mich noch gerade rechtzeitig in Behandlung.

Man sitzt da vor einem alternden Iren, seines Zeichens Psychologe, ein cooler Hund noch dazu und weiß nicht so recht wo man beginnen sollte. Das klärte sich aber recht schnell und mit jeder Frage die er mir stellte, demontierte er mein bisheriges Bild von mir selbst und von meinem Umfeld mehr und mehr.

Die Blase platzte und tausende Teile lagen in Scherben vor einem. Damals war es für mich der Punkt, wo ich in der Therapiesitzung weinend zusammensackte. Alles war weg, alles kaputt. Er beruhigte mich und stellte mir eine positive Wandlung in Aussicht, wenn ich fleißig daran mitarbeite.

Ich fuhr an dem Abend nach Hause. Die Frage meiner Frau, wie es denn war, beantwortete ich mit „toll“ obwohl mir schon wieder nach weinen war.

Es sollten spannende Monate werden, manche schön und sehr lehrreich, andere beschämend und schmerzvoll. Aber ich machte alles was von Nöten war, um mich wieder zu finden. Die vielen tausend Teile der geplatzten Blase wurden beackert und aussortiert. Was übrig blieb, wurde wieder neu zusammengefügt.

Es schien sich auszuzahlen. Im Jahr 2014 dann die Diagnose MS und ich war so froh, noch in Behandlung zu sein. Dadurch fiel es mir leichter, die Diagnose anzunehmen. Irgendwann war das Ende der Therapie erreicht. Ich fühlte mich toll und wie neu. Hatte Lust auf etwas neues. Schaffte mein altes Hobby ab und begann zu schreiben. Es war alles super bis jetzt…

Drei Jahre später, ziehen mich wieder öfter depressive Episoden runter, wobei ich aktuell schon eher der Meinung bin, in einer handfesten Depression zu stecken. Kann aber auch sein, dass es einfach nur zu viel war in der letzten Zeit und dann noch die Operation.
Möglicherweise war ich auch einfach nur zu vorschnell mit meiner Annahme, dass ich die letzte Depression schon überwunden hätte. Möglich…

Ich werde mich mit meinem Neuro darüber beraten. Mal sehen wie er das ganze einschätzt und dann geht’s auch schon auf Reha. Ich bin mir sicher, es wird wieder alles gut! Wie sagt man so schön, am Ende wird alles gut und ist es noch nicht gut, so ist es noch nicht das Ende!

Das Glas ist immer halb voll!

Das Glas ist immer halb voll!

In der heutigen Zeit scheint es ein neuer Volkssport zu sein, gelebter Pessimismus im Alltag! Das Leben ist so schlecht zu mir, was habe ich denn nur falsch gemacht, wieso sind alle so zu mir?

Falsch gefragt! Eher sollte es doch lauten „Wieso mach ich eventuell was falsch und denke nicht über Veränderungen nach?“ oder „Wenn alle so negativ zu mir sind, liegt es womöglich an meiner Einstellung zu den Menschen?“ und die elementarste der Fragen „Kann das Leben überhaupt schlecht sein?“ Nein! Denn das Leben ist neutral, Punkt!

Was können denn äußerliche Einflüsse dafür, dass man in der Schule zu faul war? Was kann das Umfeld denn für das eigene Verschulden daran, sich nicht für sich selbst interessiert zu haben? Vom Tellerwäscher zum Millionär, wahrlich eine abgedroschene Phrase, aber genau die trifft es doch. Es gibt ganz klar gesagt Menschen die Wirklich nicht selbst aus ihrer Notlage herausfinden und denen muss man helfen, aber wir sind gerade nicht in Ländern wie Afrika, oder Kriegsgebieten. Wir sind hier bei uns, in einem reichen Land, voll mit Möglichkeiten und leider auch mit einem großen mentalen Problem!

Wer seinen Hintern nicht hebt und für sich selbst einsteht, etwas versucht, der braucht sich im Nachhinein nicht hinstellen und jammern. Es gibt keinen perfekten Weg, es gibt nur „den“ Weg und der ist je nach dem, aus welchem sozialen Umfeld man kommt, dann eben besser oder schlechter. Sicher gibt es Ausnahmen, meist dank finanziellem Feedback. Glück gehabt! Aber etwas ohne eigene Anstrengung zu erreichen, ist nichts wert! Innere Zufriedenheit erlangt man nur durch eigene, positive Handlungen. Was du mit eigenen Händen erschaffst, wird dich dein Leben lang mit Stolz erfüllen.

Diese positive Einstellung ist es also, die wir benötigen um uns gut zu fühlen. Nicht nur, dass durch dieses positive Erlebnis Botenstoffe, sogenannte Endorphine freigegeben werden, welche uns Glücklich stimmen, wir erreichen dadurch im gesamten, also auch körperlich ein besonderes Wohlbefinden. Gerade bei Schmerzpatienten, kann dieses Prinzip sogar zu einer Schmerzlinderung führen, da eine Kettenreaktion entsteht.

Durch die eben angesprochenen Endorphine werden nicht nur Rezeptoren im Gehirn angesprochen, sondern die körpereigene Produktion von Corticosteroide, also körpereigenes Kortison, welches den Fettstoffwechsel regelt und auch der Selbstheilung des Körpers zuträglich ist. Eine Überproduktion oder ein Ungleichgewicht können schwerwiegende Folgen für den Organismus haben.

Quelle: http://symptomat.de/Corticosteroide

Diese kleine Exkursion zeigt also, dass eine mental positive Einstellung dem allgemeinen Wohlbefinden zuträglich ist. Was machen wir nun mit dieser Erkenntnis? Wenn es doch tatsächlich so einfach ist, dass es einem besser geht, wieso also noch warten und nur darüber nachdenken etwas zu ändern? Die eigene Einstellung zu ändern, kostet nichts außer Mühe und den unbedingten Willen dies zu tun.

Geh raus, atme tief und fülle die Lungen mit Luft. Schweige und lass dein Umfeld auf Dich wirken! Sammle all die Erlebnisse in dich auf, reflektiere dein Inneres und sortiere die negativen, meist selbst erzeugten Gedanken und Gefühle aus. Es ist leicht sich über andere zu beschweren und aufzuregen, aber warum tust Du das?

Statt uns mit positiver Energie zu bestücken und uns selbst Gutes zu tun, nimmt man das letzte bisschen Energie dazu her, um Ärger und Unmut über andere Kund zu tun. Wobei sich da nun die Frage stellt, wen dieses Kundtun jener von Dir benannten Ärgernisse denn tatsächlich interessieren mag? Keinen im Geiste gesunden, soviel steht fest.

Befreie dich von dieser Last, nutze den dir aufgezeigten Spiegel, um an dir selbst zu arbeiten. Denn das, was du an anderen bemängelst, ist im Grunde das, was dich an dir selbst stört! Ein krasser Gedanke, oder? Aber ich selbst habe es an mir bemerkt und gelernt, wie ich dieses Wissen nutze um mir selbst gut zu tun, mich positiv zu verändern. Diese Veränderung dauert, das gebe ich zu, aber erste Erfolge stellen sich schnell ein. Mit der Zeit kommt mehr und mehr die Einsicht, dass man im Grunde nur sich selbst schadet.

Also wandeln wir unser Denken doch einfach. Künftig ist unser Glas nicht mehr halb leer, sondern halb voll, oder im Grunde zu groß für den Inhalt. Aber das würde bedeuten, dass wir noch jede Menge Platz für tolle Gedanken und Erlebnisse haben und arbeiten daran, das Glas noch weiter zu füllen.

Die negativen Gedanken werden jedenfalls weniger, weil wir uns bewusst sind, dass sie uns schaden, uns unbewusst werden lassen und jegliche Form von Aufmerksamkeit nehmen. Wir lassen dieses Denken einfach nicht mehr zu, weil wir uns bewusst werden, dass die Fehler anderer uns nicht weiter zu interessieren haben. Es sind deren Fehler, also sind es dann auch deren Konsequenzen und mit denen werden sie mit unserem Meckern leben müssen, als auch ohne. Deren Bewusstheit darf aber nicht unsere Aufgabe sein, wir sind zur aller erst für uns selbst verantwortlich!

Ein positives Denken führt zu neuen guten Absichten und Herausforderungen, die es wert sind, seine kostbare Energie zu investieren. Möglicherweise wirkt man dann ja ansteckend? Versuchen wir es, lasst uns eine Epidemie starten!

Das Spiegelbild der eigenen Fehler

All zu oft regt man sich über Dinge auf, die andere tun und verschwendet so wertvolle Zeit, sowie Energie und Kreativität, was für wichtige Dinge genutzt werden könnte. Was der Nachbar, der Passant auf der Straße, oder der Arbeitskollege macht, ist dabei total egal.

Es betrifft uns eigentlich nicht und dennoch regen wir uns drüber auf. Es kommt dabei die Frage auf, wieso wir uns über solche Dinge aufregen. Was veranlasst uns dazu und liegt der Ursprung nicht eventuell sogar bei uns?

Es gibt gewiss mehrere Theorien zu diesem Thema, aber ich werde bewusst nur zwei davon beschreiben.

Zum einen geht es dabei um Ablenkung. Es erscheint tatsächlich einfacher sich über das Handeln anderer aufzuregen. Neben dem Effekt der bekämpften Langeweile, hat es dazu wohl etwas unterhaltsames. Man kann stundenlang mit anderen darüber nach Herzenslust lästern und hat so den optimalen Zeitvertreib. Es stellt sich dabei aber die Frage nach dem Charakter jener lästernder Personen, denn die feine Art ist das nicht, sich über andere das Maul zu zerreißen.

Es ist jedoch einfach und erfordert keinen Verstand, gleicht also der seichten Unterhaltung diverser Fernsehsender, man kann so prima die Probleme des Alltags ausblenden. Kopf aus, Mund an und Feuer frei. Es stellt sich dabei nur die Frage, ob man diese alltäglichen Probleme auch hätte, wenn man gleich vor seiner eigenen Türe kehrt…

Variante Nummer zwei wäre der Fakt, dass man an anderen generell das bemängelt, was man selbst falsch macht. Der Nachbar wird auch immer dicker und seine Frau erst! Dass man selbst Übergewichtig ist, verschweigt blendet man dabei aus. Mit dem Finger auf andere zeigen ist einfacher als drüber nachzudenken, was man selbst falsch ma
cht.


Der Vordermann ist wieder mal derart langsam unterwegs, noch ein Stück langsamer und er parkt auf der Autobahn… Wenn man den Verstand anknippst, stellt man fest, dass der Vordermann exakt die erlaubte Geschwindigkeit fährt. Er ist also nicht zu langsam, sondern man selbst zu schnell und dazu noch viel zu dicht aufgefahren!

Der Kerl blinkt noch nicht mal, wenn er abbiegt, selber hat man die Kreuzungen zuvor aber auch nicht geblinkt. Man macht es sich dabei schon sehr bequem, die eigenen Fehler totzuschweigen, während man die Fehler anderer besonders schlimm darstellt.

Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass man lieber erst mal vor der eigenen Türe kehren sollte, bevor man sich den Fehlern anderer widmet. Es erfordert tatsächlich Charakter, um dieses eigene Fehlverhalten einzugestehen und im Anschluss etwas daran zu ändern. Hat man diese Hürde erstmal genommen, lebt es sich viel entspannter und die anderen können einem herzlich egal sein. Das ist wahrer Luxus!