Typisch deutsches Tellerranddenken

Eben habe ich wieder eins meiner Lieblingsvideos auf YouTube angesehen. Ich bin ja unheimlicher Fan von Kabarett und könnte da jedes Mal feiern, wenn Größen wie Hagen Rether, Urban Priol oder Volker Pispers losfeuern. Schön mitten rein ins Schmerzzentrum der Eliten und derer die sich Dafür halten.

Bei all dem Spaß und der Freude am Sarkasmus und dem rhetorischen Watschenbaum der an jedem dieser Abende umfällt, wird mir mehr und mehr bewusst, wie engstirnig oder gar kleingeistig manche Mitmenschen tatsächlich denken mögen.

Über den oft zitierten Tellerrand traut sich keiner blicken, in meinem Umfeld ist die Welt doch noch in Ordnung, was interessiert mich der nahe Osten, wo er doch noch so fern ist? Einen Gedanken daran zu verschwenden, wie schnell der nahe Osten tatsächlich hier ist, tut keiner. Dann passiert ein Attentat und alle fallen in Schockstarre. Niemand hätte das ja jemals für möglich gehalten.

Doch… hätte man, wenn man mal aus seiner heilen Welt in die Realität zurückkehrt und den Denkapparat anwirft. In der Realität essen wir keine Fischstäbchen mit einem bärtigen Seemann, Polizeiarbeit ist auch nicht Cobra11 und Der Bauer sucht auch nur im Fernsehen eine Frau! Aufwachen wäre nun wichtig! Aber das würde ja bedeuten, dass alle anfangen müssten zu Denken.

Bei einigen Artgenossen kann man nicht viel erwarten. Laufen Sie mit kahlem Kopf, hässlichen Klamotten und noch hässlicherer Gesinnung durch die Gegend, grillen Asylantenwohnheime und kommen sich dabei auch noch wie Helden vor. Man darf für diese Herrschaften von Glück sprechen, dass Atmen ein Reflex ist. Wobei… es würde sich so manches in Wohlgefallen auflösen?

Sei es drum, wir Deutschen sind größtenteils Schubladen-Denker und alles was nicht in unsere erdachte, unsere gewünschte Realität passt wird ignoriert. Wir stehen als gute Bürger im Vorgarten, gießen unsere Blümchen, während der Roboter den Rasen mäht, rücken unsere Hosenträger zurecht, damit die Hose nicht von der wohlgenährten Wampe rutscht und zeigen, weil wir ja Multitasking-fähig sind, während dessen noch mit dem Finger auf alles was nicht in unsere heile Welt passt.

Uns interessiert der Haufen, den Nachbars Hund auf der Straße hat fallen lassen mehr, als die Tatsache, dass wieder irgendwo Flüchtlinge ersoffen sind. Kommen die Nachrichten im Radio und solche Schock-Meldungen werden vom Moderator angesprochen, macht man ihn leiser oder gar aus, weil einem ja sonst das Essen nimmer schmeckt.

Überall auf der Welt herrscht Not, weil sich eine Hand voll Diktatoren und machtbesessene, hohle Blondschöpfe profilieren wollen und auf höchster Ebene mit Pimmelfechten beschäftigt sind, während durch ihr perfides Spiel tausende Unschuldige Menschen sterben. Zu gerne würde ich die Herrschaften alle zusammen in einen kleinen Raum sperren. Dann möchte ich sehen, wie Erdogan, Putin, Trump, Kim Jong-un und wie Sie alle heißen noch die Fresse aufreißen, wenn keine tausenden Kilometer und Atomsprengköpfe dazwischen stünden.

Ein Wunschgedanke, klar, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen! Zurück zur schmerzenden Realität. Atomwaffentests in Nordkorea, Erdogans Wunsch nach Alleinherrschaft und Todesstrafe, Trump der gerade wieder seine Raketen an Syrien testet und zuhause der Todesstrafe frönt. Putin der immer noch wegen der Krim im Clinch mit der Nato liegt. Und überall mischen wir braven deutschen Bürger mit, weil wir uns wir uns wie hirnlose Söldner vor den Karren spannen lassen.

Ich muss schon sagen, für eine reine Verteidigungsarmee sind wir schon recht präsent auf dem Globus. Will nun immer noch einer sagen, dass uns die Welt nichts angeht? Ja?

Wir sorgen mit unserer Militärtechnik für Aufklärung in den Krisengebieten, damit die Amis ungehindert bombardieren können. Wir liefern Waffen an Gebiete, die dann ebenfalls bombardiert werden, weil wir im NATO Bündnis die Hand gehoben und zugestimmt haben. Ja warum, Herrgott, liefern wir dann erst Waffen da hin?

Wir schieben der Türkei Milliarden in den Hals, welche sich im Gegenzug darum kümmern, dass nicht mehr so viele lästige Flüchtlinge aus den Gebieten zu uns kommen, wo wir zuvor für die Amis den Weg zu deren Schweinerei geebnet haben. Im gleichen Moment baut sich Erdogan Stück für Stück eine eigene Diktatur auf und tritt der Demokratie mit Anlauf den in den Allerwertesten. Was macht die Politik? Sucht sich derweil andere Schauplätze um den Bürger dank der Medien, von den offensichtlichen Schweinerein abzulenken.

Die Medien laufen auf Hochtouren, tanzen nach der Pfeife der Politik und sorgen mit geschickt gesteuerter Massenverblödung dafür, dass selbst noch der letzte Bürger den Kopf ausknippst und bei Chips und Bier vor der Glotze das Kissen vollsabbert, währen Bruce Willis mal wieder heldenhaft die Welt rettet. Wohl gemerkt spielt sich in diesen Filmen die Welt nur immer in Amerika ab.

Sonntags rennen wir dann wieder alle brav in die Kirche, lassen uns unsere Sünden vergeben und werfen ein paar Groschen in den Klingelbeutel, Auf dem Weg aus der Kirche de-konterminieren wir uns noch am Weihwasser von den Grausamkeiten auf der Welt. Dabei bin ich der Meinung, dass es damit nicht einfach getan ist, denn Wegsehen wiegt meiner Meinung nach ebenso schwer wie selbst den Knopf gedrückt zu haben! Bei dem Gedanken fühlt man sich gleich gar nicht mehr so gut. Seltsam oder?

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One Response to Typisch deutsches Tellerranddenken

  1. Lieber Mark!
    Dein Beitrag regt sehr zum Nachdenken an – auch wenn ich keinen deutschen sondern einen österreichischen Tellerrand habe 😉
    Die Unbetroffenheit vieler Menschen ist tatsächlich schrecklich. Und vermutlich ist man sogar selbst machmal einer von ihnen. Bewusstheit ist wichtig. Daher lieben Dank für diesen Beitrag

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