Schwarz und Weiß – perfide Gegensätze

In Aleppo/Syrien stirbt gerade eine Familie, weil sie das Pech hatte, zu nah an einem mit Sprengstoff beladenen Auto vorbei zu laufen. Einzig der kleine vierjährige Sohn überlebt schwerstverletzt. Anderswo auf der Welt feiern Menschen ihre Idole auf einem Rockkonzert. Alle tanzen, sind glücklich und haben keine Angst.

Wir machen uns Sorgen ob das Wetter am nächsten Tag für den geplanten Ausflug oder das BBQ hält. Ein paar tausend Kilometer weiter sorgt sich ein Vater ob er morgen Wasser für seine Kinder bekommt. Die Quelle hat Nestlé privatisiert. Das dreckige Wasser wurde ihnen gelassen. Sie haben die Wahl, ob Sie an dreckigen Wasser oder Durst verrecken.

Wir teilen unser Essen im Netz, posten jeden Shit unseres belanglosen Tages mit der Hoffnung Zuspruch und Anerkennung zu finden. Likes häufen sich. Ein paar Städte weiter wird gerade ein Kind brutal vergewaltigt, weil es Freunde im Netz suchte. Die Täter kommen vergleichsweise milde davon. Das Mädchen kann von Glück reden, wenn es von einem guten Psychologen vom Suizid bewahrt wird.

Dies sind Gegensätze, die ich bewusst brutal geschrieben habe, weil ich denke, dass uns die Median total abstumpfen lassen. Man sieht das Elend jeden Tag, es ist weit weg, wir können ja eh nichts machen… Resignation, Hilflosigkeit bis hin zu Ignoranz.

Scheuklappen auf, Playstation an. Reicht ja nicht, dass ein paar tausend Kilometer weiter Menschen ausgelöscht werden, radieren wir virtuell auch noch ein paar Menschen aus. Denken wird überbewertet…

Unangenehm, diesen Text zu lesen, oder? Glaubt mir, es ist ebenso unangenehm ihn zu schreiben, aber es ist wichtig! Die Medien sind gesteuert. Wir erfahren das, was wir auch erfahren sollen.

Wenn die Zeit reif ist, gibt’s mal wieder Griechenland, oder dann nen anderen Finanzskandal, an dem sich der Pöbel aufreiben kann, während die deutsche Armee als plumpe Söldnertruppe die Drecksarbeit für die Nato macht. Keiner hats bemerkt, niemanden interessiert es.

Ich weiß, dass nach dem alten Sprichwort, der Fisch immer am Kopf das stinken anfängt. Aber statt auf den Obrigkeiten rumzuhacken, sollte jeder in seinem Dunstkreis ändern und verbessern, wo er in der Lage dazu ist.

Schimpfen und meckern, klagen und Jammern ändert nichts. Aber viele kleine Wunder, werden Vielleicht irgendwann zu was großem!

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2 Responses to Schwarz und Weiß – perfide Gegensätze

  1. Lieber Mark!
    Danke dir, dass du dich solch wichtiger Themen annimmst und mit deinen Texten versuchst viele Augen zu öffnen. Auch wenn es kein schönes Thema ist, ist es wichtig nicht darauf zu vergessen und über seine eigenen Möglichkeiten etwas zu bewirken nachzudenken.
    lg Melanie

    • Mark Knietsch says:

      Vielen Dank Melanie.

      Ja solche Themen sind mir wichtig. Weil viel zu wenig darüber nachgedacht wird. Danke dir! 😊

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