Wegwerfgesellschaft

Wegwerfgesellschaft

Was defekt ist, oder nicht mehr gebraucht wird, wird entweder verkauft, oder einfach auf einer Halde entsorgt. Heute ist es so einfach etwas Neues zu besorgen, dass es sich nicht mehr lohnt, defektes zu reparieren. Sehr einfach ist es geworden, Ungeliebtes oder Kaputtes auszutauschen. Was heute noch das Beste, das Innovativste war, ist Morgen schon von Gestern. Die Begeisterung schwindet schneller als sie aufkam.

Dieses Verhalten ist mittlerweile so normal, dass sich deshalb kaum noch Jemand einen Gedanken macht. Die Werbung fördert dieses Verhalten, was von den Herstellern sogar gewünscht ist, damit immer öfter und in immer kürzeren Abständen Gegenstände einfach ausgetauscht werden. Letztlich werden sogar Schwachstellen in die Produkte eingebaut, damit sie nach einer Weile ganz sicher und kalkuliert kaputtgehen werden, was einen Neukauf garantiert.

Dieses Verhalten führt vor allem zu einem, zu Überfluss! Wie sonst soll man sich die Mengen an Müll erklären, die jeder produziert.
Wenn man aber mal alle Bereiche des Lebens beleuchtet, muss man feststellen, dass dieses Verhalten auch in all den Bereichen angewendet wird, weil wir scheinbar gar nicht mehr in der Lage sind, zu differenzieren.

Eine Beziehung beispielsweise, in der es nicht rund läuft, wird nicht hinterfragt, warum dies der Fall ist. Es wird sich getrennt, der Partner einfach ausgetauscht, bis es wieder einen Knall tut und so weiter. Es wird nicht geforscht, warum es den so weit kam, denn diese Frage und die im Nachgang erforderlichen Maßnahmen wären unbequem, vor allem dann, wenn es an der eigenen Person liegt.

Diese Mentalität der Wegwerfgesellschaft führt dazu, dass wir uns verlieren! Wir reflektierten nicht mehr, wir achten und respektieren nicht mehr, wir vereinsamen in mitten vieler Menschen und einer Flut an Gegenständen, deren Besitz uns lediglich der Definition der eigenen Person dient. Haste was, dann biste was! Und eben dieses Verhalten wird auch in Beziehungen angewendet.

Was aber soll es bringen? Wer nicht bereit ist, sein Verhalten und seine Denkweise so zu verändern, dass gerade in Beziehungen statt wegzuwerfen eher das reparieren, dass zusammen funktionieren im Vordergrund steht, wird immer eine arme Wurst bleiben. Einer von vielen, in der Masse untergehend, unbedeutend. Da spielt dann auch keine Rolle, ob mit oder ohne Luxusgüter, arme Wurst bleibt in dem Fall immer arme Wurst!

Wir sollten wieder mehr nachdenken, weniger materiell sondern mehr in Lösungen denken. Die einfachste Lösung, darf in diesem Fall aber nicht die Priorisierte sein. Manchmal muss es weh tun, manchmal verlangt es Fleiß und auch Mut. Der Lohn dafür wäre immerhin, wieder ein Stück weit menschlicher zu werden und sich nicht länger in die Gefahr zu begeben, ebenso emotionslos und kalt wie so mancher Gegenstand zu werden.

Wertvolle Energie

Jeden Morgen aufstehen, die Sonne auf der Nase spüren, mit seinen lieben erstmal in Ruhe frühstücken und den Tag ruhig beginnen. Garnicht mal so durchgeplant, wie man es früher immer gemacht hatte.

Man hat es doch im Griff, wie schnell oder wie langsam man die Zeit gefühlt verstreichen lässt. Warum also Stress machen? Gewinne ich den an Lebensqualität, wenn ich den Tag zu voll packe, oder verliere ich sie?

Wir nutzen unsere Energie zu oft für Andere, zu häufig für Unnützes und zu selten für wirklich wichtiges, nämlich seine Familie und sich selbst. Dabei ist es doch gerade das, was uns Energie zurückgewinnen lässt!

Dabei ist garnicht entscheidend, was man macht, sondern das man es gemeinsam tut. Schuhe aus und ab durch den Barfußpark, ein Picknick auf einer Wiese und Federball, miteinander Spaß haben und die gemeinsame Zeit genießen.

Andere mögen sich denken, dass es verschenkte Zeit ist, sind nur für ihren Job da und vernachlässigen vielleicht sogar die Familie. Sie sind beruflich erfolgreich, keine Frage und es sei auch gegönnt, doch zu welchem Preis? Wir hingehen denken uns „Schade, was die alles verpassen!“

Und wie es eben so ist. Die einen leben, um zu arbeiten, doch ich arbeite, um zu leben!

Das Spiegelbild

Das Spiegelbild

Sich selbst erblicken, mit all seinen Makeln, ungeschönt, pur und real. Keine Chance dazu, unschöne Stellen zu retuschieren, was zu Akzeptanz, oder Ablehnung führen mag. Der Spiegel, ehrlich und unbestechlich bietet er feil, was nur Wenigen angenehm scheint, dabei ist jeder für sich ein Meisterwerk!

Was für Dritte verborgen bleibt, erspäht der Jene selbst, der sich im Spiegel zeigt. Das eigene Gewissen ist es, welches wie ein Echo aus dem Spiegel heraushallt. Wer reinen Herzens ist, vermag sein Spiegelbild zu lieben, doch manch anderer blickt gequält hinein und mustert mit Scham sein hässliches Ich auf dieser anderen Seite.

 

Anderen mag man etwas vormachen können, ja gar ein Meister darin sein, nur sein eigenes Spiegelbild kann man nicht über seinen Charakter hinwegtäuschen. Die Blicke, welche aus dem Spiegel zurückkommen, sie bohren und schmerzen tief.

 

 

Wohl dem, der reinen Gewissen ist, sich selbst liebt und achtet, denn der kann seinem Spiegelbild zulächeln und ist mit sich im Reinen. Jener Mensch ist fähig, Liebe und Achtung an Andere weiterzugeben.

Richtig reagieren

Eigentlich, so war ich bisher der Meinung, bin ich mit meiner geistigen Transformation schon recht weit voran geschritten und doch werde ich auf einen Punkt in, oder an mir aufmerksam, der mir missfällt. Wenn ich eins nicht kann, dann ist es möglichst rational auf Situationen reagieren.

Wo andere z.B. sofort auf persönliche Angriffe oder sonstige negative Situationen besonnen reagieren, bleibt mir entweder die Luft weg oder ich neige zu Überreaktion. Ich mag das nicht, nein ich verabscheue das sogar sehr und möchte auch dies noch ändern.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie man das am besten anstellt. Solch ein „Problem“ schafft sich nicht im Handumdrehen ab. Alleine schon, weil es eine Charaktereigenschaft ist, bedarf es da wohl weitaus mehr als den bloßen Willen dazu.

Wenn ich an die eine oder andere Situation zurückdenke, ich gehe da auf keine explizit ein, war es zumeist der Fall, dass neben der Ratlosigkeit, welche aufkam, auch noch körperliche Auffälligkeiten wie Herzrasen, Anspannung, Transpiration dazukamen, was einer Angriffshaltung gleichbedeutend ist.

Wenn einem das so Bewusst wird, ist es tatsächlich erschreckend. Bei genauerer Betrachtung stellt es sich einfach nur als Angstreaktion, oder Panik heraus, weil man der Situation nicht gewachsen ist und regelrecht unbewaffnet gegenübersteht.

In solchen Momenten angemessen reagieren und dem Gegenüber mit sachlichen Argumenten begegnen, fände ich klasse. Aber wäre das generell als „das Ziel“ zu sehen? Es würde ja bedeuten, dass man über Alles und Jedes diskutieren würde. Im Anbetracht dessen, dass man an Jemanden gerät, der ebenso wenig mit der Situation umgehen kann, wäre das wohl eher sinnlos.

Oftmals, so scheint es mir, ist es besser, gelassen zu bleiben und gar nicht weiter zu reagieren. Wenn man sich bewusstmacht, dass es die eigenen Gedanken sind, welche einem diesen Streich spielen, dass diese uns so irrational reagieren lassen, finde ich es schon fast wieder einfacher, daran zu arbeiten.

Und tatsächlich ist dies der Fall, denn ein Mangel am eigenen Selbstwert lassen solche negativen Gedanken zu. Wenn in der Arbeit Kritik geäußert wird, kann ich diese annehmen, das für mich passende daraus ziehen und konstruktiv verwerten. Ich kann aber auch gekränkt reagieren und Fehler bei mir suchen. Sicher kommt es dabei auch immer auf die Qualität der Kritik und auf die Absichten des Gegenübers an.

Ich denke im Großen und Ganzen bin ich gut damit beraten, wenn ich mir bewusstmache, dass Andere wohl ein Problem mit mir haben, ich aber nicht mit ihnen. Allein bei dem Gedanken daran, fühlt es sich direkt besser an. Und um dem Problem aus dem Weg zu gehen, nicht direkt eine Antwort auf eine Situation zu finden, kann man seinem Gegenüber ja auch erstmal beschäftigen, wenn man auf seinen Angriff mit der Frage „Worauf willst Du hinaus?“ antwortet. So sieht er sich gezwungen sein Handeln zu erklären und wir haben Zeit, die Ärmel hochzukrempeln. Das aber natürlich nur sinnbildlich gesprochen!

Eins noch, wir alle sind Mensch, was bedeutet, dass wir alle auch unsere Fehler haben. Eben diese machen uns ja so menschlich und eben diese führen auch wie oben beschrieben gerne mal zu Fehlinterpretationen und Ärger. Sich in solch schwierigen Situationen auch einfach mal zurückzunehmen, in Demut inne zu halten, kann einem gewiss auch mal als Schwäche ausgelegt werden, im Grunde ist es aber eine Stärke, weil man damit dem Feuer zuerst einmal seine Nahrung entzieht.

Ich habe da also noch eine Hürde vor mir, die es zu nehmen gilt und wie jede vorherige, werde ich auch diese schaffen!

Das Luftschloss

In schillernden Farben, prächtig und anmutig wirkend, seinem Besitzer wohl gefallend und bis ins Detail ausgedacht. Stets erweitert durch neue, spektakuläre Erzählungen und in seiner stattlichen Anmutung ja schon beinahe bedrohlich wirkend. Das Luftschloss!
Mit jedem Detail was dazu gedichtet wird, nimmt es immer wahnwitzigere Dimensionen an. Dem Erbauer dieses Meisterwerks gedanklichen Größenwahns, steigt dieses Gebilde nicht nur zu, sondern über den Kopf, nimmt dem Verstand das Licht und der Flunkerei seine anfangs harmlos wirkende Anmutung.
Was stabil errichtet scheint, stellt sich als poröses Gebilde heraus, welches nach einer Weile allein durch den Windhauch gestellter Fragen zu wanken beginnt, um schließlich irgendwann mit wildem Getöse einzustürzen.
Da steht er nun, geistig obdachlos, mit geschundenem Blick und trägt seinen Selbstwert zu Grabe. Es spielen keine Posaunen, es wehen keine Lilien, es steht niemand da und findet tröstende Worte. Zurück bleibt ein Mensch, der sein Leben lang sein wahres Ich verleugnet und durch geschickte Inszenierungen ersetzt hat. Doch wie bei jeder Vorstellung, fällt auch hier irgendwann der Vorhang!
Verneige Dich! Verneige Dich vor deinem Spiegelbild, deinem schärfsten Kritiker. Vielleicht vermag es ja Trost zu spenden, Tränen zu trocknen und Wunden zu pflegen. Vielleicht aber auch nicht! Vielleicht nicht…
©2017/Mark Knietsch