Laute Welt

Das Gefühl, dass einen die Welt da draußen regelrecht anschreit, lässt nicht mehr los und vereinnahmt den Kopf vollends. Mit äußerlichen Reizen derart überfrachtet, dass man aus Selbstschutz den Rückzug antritt, weil man an Grenzen stößt, die man unter gesunden Umständen niemals erreichen würde. Aber anders gefragt, wer ist heute noch gesund?

Die größte Vergewaltigung unseres Seins geschieht durch Zeit! Ja, richtig gehört, so definiere ich das! Unsere Energie, unsere Kreativität wird durch zu viel Handlung in zu wenig Zeit traktiert und gelähmt. Wir agieren nicht mehr, wir reagieren nur noch. Handlung als Reflex, ohne Reflektion der selbigen! Die uns geschenkte Zeit3 mit zu viel Wünschen und Taten vollgeladen und trotzdem zu wenig gelebt.

Wer hat zuletzt bewusst erlebt? Wer hat zuletzt völlig selbstlos Zeit4 verschenkt, in dem er für andere ganz bewusst und aufmerksam da war, ohne dabei schon wieder den Terminkalender im Kopf und die Uhr im Blick zu haben?

Wir sind perfekt darin, unsere Zeit5 so genau zu verplanen, dass auch wirklich jede Minute effizient genutzt wird, haben aber vergessen zu regenerieren. Selbst nachts findet man kaum noch Ruhe, weil man im Geiste schon einen Tag weiter, beim nächsten Termin ist. Ist alles vorbereitet? Sind alle Planungen abgeschlossen? Habe ich auch wirklich nichts vergessen?

Doch, Du hast etwas vergessen, nämlich Dich selbst!

Wünsche

Der Mensch ist immer schnell dabei, wenn es darum geht Wünsche zu äußern. Meist handelt es sich um Materielles oder Utopisches, wie etwa ewiges Leben. Aber wer bitte will schon ewig leben? Was soll ich denn mit so viel Zeit anfangen, wenn ich die, die ich ohnehin schon habe, nicht bewusst und sinnvoll nutze?

Sich materielle Dinge zu wünschen, bringt auf lange Sicht auch keine Genugtuung, sondern nur kurzweilig etwas Freude. Diese wechselt aber schnell in Gewohnheit und oft ertappt man sich dabei, sich selbst zu hinterfragen, wozu man das denn eigentlich braucht.

Was aber, sind sinnvolle Wünsche? Nun, ich habe viel darüber Nachgedacht und ich komme zu dem Schluss, dass wirklich sinnvolle und erreichbare Wünsche, immer Sachen sind, die man sich von sich selbst wünschen sollte. Denken wir alleine an unseren Drang nach Neuem, weil das Alte langweilig wurde. Oder betrachten wir das Spiegelgesetz, dass Dinge die einem an anderen stören, häufig bei uns selbst zu finden sind. Sollte man sich da nicht wünschen, dieses negative Verhalten abzulegen? Ist das nicht ein greifbarer und erfüllbarer Wunsch und bringt uns dieser nicht viel weiter, als alles andere?

Arbeite ich an mir selbst und ändere mein Verhalten, werde ich dadurch auch ganz automatisch zufriedener. Es bedarf dazu keinerlei Hilfsmittel, lediglich den Willen zur Veränderung. Wenn ich mich mit dem was ich bereits besitze, zufriedengebe und mir bewusstmache, dass eine Neuanschaffung keinen Nutzen bringt, außer mein Ego zu pushen, habe ich schon viel gewonnen. Das neue Handy kann auch nur, was das alte schon konnte, vielleicht kann es das besser… na und? Macht es dadurch mich besser?

Wenn ich so darüber nachdenke, kann man durch Transformation seines Denkens nicht nur eigene Zufriedenheit erreichen, sondern strahlt diese positive Kraft auch auf sein Umfeld aus! Eins ist sicher, ein gesunder Geist, ein guter Charakter, kommt niemals aus der Mode!

Geht in euch, reflektiert euer Verhalten und eure Gedanken, fragt euch, was wirklich wichtig ist und strebt danach!