Social-Media oder wie wird man einsam.

Samstag morgens in einer belebten Innenstadt, ein Szenario, welches man häufig erlebt. Marktforscher befragen Passanten nach ihrer Meinung zu Produkten oder Dienstleistungen. So auch an jenem Tag, an dem diese Geschichte spielt.

„Guten Morgen, hätten Sie einen Moment Zeit für eine kurze Befragung?“- „Um was geht es denn?“ fragte der nette Herr und lauschte dem Interviewer aufmerksam. „Würden Sie sich einen Chip einpflanzen lassen? Also so wie bei einem Haustier!“ Der Mann stutzt und verneinte diese Frage natürlich, was soll denn der Unsinn bringen? Die Antwort kam prompt. „So könnte man ein Bewegungsprofil erstellen, sehen wohin sie gehen und wie oft, was darauf schließen ließe, dass Sie da gerne hingehen und so maßgeschneidert Werbung gesendet bekämen.

Der Mann winkte ab und war schon beinahe erbost „So etwas kommt gar nicht in Frage, es geht doch niemanden etwas an, wohin ich gehe! Und überhaupt, macht man sich damit ja total gläsern!“ – „Sie haben ein Smartphone?“ Der Mann nimmt es aus der Tasche und zeigt es stolz vor. „Dieses Gerät macht doch bereits das was auch der Chip tun würde!“ Nun schweigt der Mann, steckt sein Smartphone ein und geht kommentarlos weiter

Der Interviewer ruft noch nach, ob er denn nicht doch so einen Chip möchte, er bräuchte dann sein Telefon nicht immer mit sich herumtragen. Aber es kam keine Reaktion mehr.

Technik-Geeks lechzen nach jedweder Neuerscheinung auf dem Mobilfunk-Markt, Apple-Jünger campieren das Wochenende hindurch vor dem Apple-Megastore um auch direkt das erste Gerät vom neusten iPhone in Händen zu halten. Das was ein passabler gebrauchter Kleinwagen kostet, wird in ein handflächengroßes Endgerät gesteckt, um sich anschließend im Gedränge der U-Bahn über die bereits wieder um 10 Cent gestiegenen Fahrpreise aufzuregen, während der Nachbar seine Knoblauchfahne um die Nasen der anderen Fahrgäste wehen lässt. Schon ein wenig lächerlich, oder?

Wie wäre es mit einem Chip, den gibt’s um sonst? Da wäre sogar noch der Kleinwagen drin und der erste Sprit! Nein? Hmm…

Eltern schenken ihren Kids Smartphones, klar die anderen haben auch eins und man möchte schließlich nicht, dass der eigene Filius mit leeren Händen dasteht. Wer nicht der Masse entspricht wird gemobbt, oder wie man im heutigen Neudeutsch sagt „gedisst“. Also her mit einem dieser begehrten Alleskönner, die vor allem einsam machen können. Soziale Kontakte beschränken sich auf Messenger-Dienste und bekannte Social Media-Plattformen. Ein Hoch auf die Technik, sie züchtet Soziopathen und wird dabei noch stinkreich!

Auf der Parkbank sitzend wie Hühner auf der Stange wird nicht mehr gesprochen, sondern geschrieben. Ich könnte brechen, wenn ich sowas sehe. Früher hieß die Social Media-Plattform entweder Spielplatz, Tischtennisplatte, oder Bolzplatz. Man sprach miteinander, spielte miteinander und war glücklich. Heute zeltet man vor Handyläden um noch einsamer zu werden.

Wie wäre es mit einem Chip? Total geil! So kann man nach verfolgen, wo sich die Kids gerade befinden! Was sie da vielleicht tun und eventuell sogar mit wem. Nein? Zu transparent? Datenklau?

Wir nutzen unsere Smartphones mittlerweile für jeden Pups. Ob Wetter abfragen, Essen bestellen, Navi nutzen und Termine checken. Wir gucken uns auf sozialen Netzwerken an, was andere den ganzen Tag tun, obwohl sie uns nicht die Bohne interessieren. Wer wann was tut, was isst und am besten noch wann kacken geht! Mal eben eine halbe Stunde nicht das Smartphone in der Hand gehabt, könnte in der Zeit wer weiß was vorgefallen sein. Klar, es hat wieder einer oder mehrere Bilder eingestellt, welche schon seit Jahren geteilt werden.

Ah ja…. Timeline gecheckt, nichts verpasst. Ein Glück! Das wissen auch die Wichtigen dieser Welt und nutzen diese Chance zur Ablenkung. So werden viral Dinge gestreut, welche sich wie ein Lauffeuer ausbreiten. Der Pöbel hat was zum Motzen, während im Hintergrund unerkannt irgendwelche Schweinereien am Laufen sind, doch keiner bekommt was mit. Sehr düster, was ich hier darstelle und jaaaa es ist gewiss ein wenig übertrieben, aber es soll zum Nachdenken anregen!

Ach ja, bevor ich es vergesse…. Wie wäre es mit einem Chip? Der muss nicht geladen werden, bezieht das bisschen Strom beim halbjährigen Routine-check induktiv und ist in Minuten erledigt! Da kannst Du mit deinem Smartphone-Akku abstinken! Also, wie wäre es? Nein! Versteh ich ja mal gar nicht!

Ich selbst nehmen mich bei diesem Thema nicht raus. Ich nutze diese Technik auch gerne und muss immer wieder feststellen wie pervers es ist, wenn man sich mit Belanglosigkeiten beschäftigt, statt mit der Familie einen Waldspaziergang zu machen, ein Spiel zu spielen, Schwimmen zu gehen oder sonst etwas. Da ich mich mit meinem Blog und den Gruppen für chronisch Kranke und Behinderte einsetze, bleibt diese Internetzeit nicht aus, aber ich weiß auch, dass man da radikal reduzieren muss und auch kann!

Gemeinsam statt einsam und nicht interaktiv auf irgendeiner Plattform, welche einem nur Zeit stielt, die man anderweitig sinnvoller einsetzen könnte. Die virtuelle Welt ist eben nicht real, auch das mag ein Grund sein, wieso viele sich in diese Welt flüchten, weil sie sich ihre Realität zurechtbasteln können. Ein wenig Bildbearbeitung und aus Gollum wird Brad Pit-Clon, ein paar Karibik-Bilder oder Katalog-Seiten aus dem Netz gefischt und schon hat man eine geile Wohnung und einen dicken Urlaub. Echt pervers!

Wie wäre es also mit einem Chip? Immer noch nicht? Ja wieso denn bloß? … Versteh ich nicht…

Euer Mark

Schnell mal was erledigen!

Mal eben schnell was erledigen

Wochenenden sind eigentlich immer dazu da, das zu erledigen, wozu man unter der Woche nicht kommt. Eigentlich steht einem der Sinn danach, es den Stubentigern gleich zu tun, sich auf dem Sofa einzurollen und in Gleichgültigkeit einem Schläfchen zu frönen. Stattdessen aber, hat man Wochenend‘s, wer kennt es nicht, gefühlt mehr zu tun als unter der Woche. Ja es mag nur gefühlt der Fall sein, aber das macht es auch nicht besser.

Würde man auf seinen Körper hören, so würde der wohl laut rufen, ja gar schreien, dass man sich das nicht antun soll, man lieber mal ruhen sollte. Doch was ist mit all den Dingen die erledigt werden müssen? Ich habe keine kleinen gelben Männchen mit dicker Brille und statt sieben Zwergen habe ich nur zwei, pubertierende Zwerge, welche zwar brav jenes erledigen, was ihnen aufgetragen ist, dies dann aber meist von nicht zu überhörender Unlust begleitet wird.

Also los, der Kopf bläst zum Angriff, während der Körper sinnbildlich gesprochen wie ein trotteliger Bauerntölpel über seine eigenen Füße stolpert. Ok… Planänderung! Es folgt ein Miniangriff! Alltägliches in wohl dosierten Dosen, man möchte es ja nicht übertreiben. Das erste Vorhaben wurde erledigt und man ist danach so platt, als hätte man einen Triathlon bestritten. Es ist beschämend, weil man sich weit stärker und ausdauernder einschätzt, als man dank der Erkrankung tatsächlich noch ist.

So sitzt man danach da, leckt seine Wunden und ärgert sich über den eigenen Körper, der wieder einmal rebelliert und seinen Unmut mit Schmerzen und Schwindel zum Ausdruck bringt. In solchen Momenten wäre ein Blaulicht auf dem Kopf gut, so als Visualisierung für andere „Hallo, Energie alle, Typ kaputt!“

Eigentlich weiß man ja schon vorher was passiert, aber jedes Mal will man es besser gewusst haben und jedes Mal wird man aufs Neue vom Gegenteil überzeugt. Nun könnte man sich fragen „Ja will er es denn nicht einsehen?“ Die Antwort darauf „Doch, aber man hat immer die blöden Kommentare der anderen im Hinterkopf“ und weiter möchte man sich ja auch nicht ständig rechtfertigen müssen.

Es ist nicht einfach, aber auch das ist ja wohl bekannt…

 

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Hosen runter!

Ich liebe solche Tage wie heute. An solchen Tagen zeigt sich immer mal ganz besonders, wie sehr man dem Thema Psychologie zugetan ist und wie viel es einem schon gebracht hat, sich damit zu befassen.

So kam es zu einem Gespräch, bei dem sich sehr schnell herausstellte bzw. bestätigte, aus welchem Holz der Andere geschnitzt ist. Es muss Treibholz gewesen sein. Aus irgendeinem Fluss gezogen und übelriechend. Jedenfalls ist es schlecht, wenn man sich hochmütig und sicher fühlt, dabei keine Klasse besitzt und nicht auf seine Wortwahl achtet. Vor allem dann, wenn man ohnehin weiß, dass man sich auf sehr dünnem Eis bewegt und Schweigen ganz klar die bessere Option gewesen wäre.

Wie dem auch sei, ich habe es vernommen und ich habe innerlich triumphiert, denn mir war bis zu diesem Erlebnis nicht bewusst, wie tief man die Hosen runterlassen und es dennoch nicht bemerken kann. Ein wahrer Meister darin, sein Ego zu nähren und sich am Leid anderer zu ergötzen, ohne zu bemerken wie unbewusst und dumm man doch selbst ist.

Sicherlich hätte ich darauf hinweisen können, aber viel zu lange hat mich diese Person geärgert, so dass ich schweige, genieße und mich dabei zurücklehne und abwarte, bis dieser Mensch über die eigenen Füße stolpert. Jeder bekommt, was ihm gebührt. Davon bin ich fest überzeugt!

Eigentlich bin ich ja nicht gemein und wer mich kennt, kann das bestätigen, aber dieser kleine Erfolg, sei mir gegönnt! 🙂

Die Lüge

Genutzt, um der Realität zu entfliehen, ist sie das Instrument des Egos um eine eigene, bequeme Wahrheit zu erfinden.

Fein ausgeschmückt, um das inszinierte Selbstbild an den Mann zu bringen, oder einfach nur als Notflunkerei dienlich ist.

Die Lüge, sie solls richten, sie wird schon den gewünschten Erfolg bringen.

Doch wenn eine kleine Flunkerei beginnt, extreme Ausmaße anzunehmen, weil sich der, der sie hervorbringt, an der Einfachheit des Lügens gütlich tut, wird sich die Wahrheit das nicht lange gefallen lassen!

Sie wird mächtig zurück schlagen, den Lügner entlarven und sein wahres Bild wird sichtbar. Den geschundenen Blick zum Boden gerichtet und mit hängenden Schultern wie ein Lausbub, wird er dahingehen.

Meist viel zu spät entlarvt, ist die Realität der Fiktion restlos gewichen. Ohne bewusst zu sein, dem Ego völlig verfallen und die Faust geballt erhoben, um das eigene Hirngespinnst als die einzige Wahrheit, ja gar als Realität darzustellen.

Das aber,  weißt auf einen vergifteten Geist ohne jegliche Bewusstheit hin. So wirkt die Lüge auf die Dauer wie ein Gift, was nur dadurch noch zu stoppen ist, wenn man sich seiner bewusst wird.

Wenns dann mal nicht zu spät ist…