Untermieter MS

Sehnerventzündung rechts im Juli 2014, hallo MS, drücken wir halt mal ein Auge zu! Damals verstand man als frisch Erkrankter die Zusammenhänge noch nicht und in meinem Falle war ich schon froh, dass aus Finsternis immerhin wieder ein farbiger, unscharfer Brei wurde. Das Leben geht weiter, Kopf hoch!

Anfang 2015, linker Unterarm pelzig. Bei den Fingern angefangen, ging es bis hoch zum Ellenbogen, ehe mit Kortison wieder dagegen angegangen wurde. Aber hey… Der Zeitpunkt war von der MS grad gut gewählt, denn ich hatte einen Tattoo-Termin für genau den Unterarm. Lässig, weil das Tackern somit nicht weh tat.

Ende 2015 Sehnerventzündung links. Ok, langsam wirds blöd! Rechts noch immer Matsch und nun noch Links. Aber Kumpel Kortison hat diesen Plan der MS noch rechtzeitig vereitelt.

Zwischendurch diverse Dümmlichkeiten im vegetativen Nervensystem, aber egal, dann gibt’s halt noch ein paar Medis zusätzlich und wer benötigt schon eine funktionierende Blase? Völlig überbewertet!  Nervenschmerzen und Fatigue, sind ebenfalls recht anhängliche Gesellen.

Ende 2017 nun die Beine. Die Madame findet das scheinbar immer zum Jahresende besonders interessant, mir auf den Sender zu gehen. Auf den Sender? Passt ja, denn da hat fast nichts mehr gesendet. Die Nervenleitgeschwindigkeit von den Beinen war so langsam, dass sie kaum messbar war. Also wieder Kortison, Schwierigkeiten mit dem Laufen, Stöckchen nutzen und Schmerzen ertragen.

Nicht schlecht MS, mal was Neues, aber übe du mal weiter. Ich strecke dir bewundernd meinen Mittelfinger entgegen und schiebe mir damit anschließend lässig die Brille hoch.

Du nicht! Du ärgerst mich nicht!

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Neuer Schub, neue Herausforderung

Donnerstag morgen bin ich aufwacht und fühlte mich schlapp. So gar nicht ausgeruht, wie es sonst der Fall ist, denn irgendwas war anders, als üblich. Ich ging ins Bad und auf dem Weg dahin bemerkte ich schon, dass meine Beine schmerzen und das Laufen eher schleppend ging.

Krampfende und zugleich matschig wirkende Beine, welche an einem normalem Gang hinderten.

Ich war müde und gerädert, machte mich für die Arbeit fertig, fuhr hin und schleppte mich durch den Tag, ging aber früher als sonst nach Hause. Irgendwas stimmte nicht.

War die Dosis des Medikaments gegen die Spastik zu schwach geworden? Beim Hausarzt besprach ich das und ließ mich davon überzeugen, am nächsten Tag zum Neurologen zu fahren.

Nach etwas Wartezeit als „Notfall“ und einem eingehenden Gespräch sollten allerhand Tests folgen. So wurde neben einem EEG auch Tests an den Beinen gemacht und das Problem war gefunden. Die Nervenleitgeschwindigkeit in den Beinen, war katastrophal schlecht, was auf einen Schub schließen ließ und direkt Kortison bedeutete.

Die drei Infusionen sind mittlerweile drin und plagen mich arg! Am schlimmsten ist dabei der total auf den Kopf gestellte Tag/Nacht-Rythmus. Nur mit Schlafmittel, ist mir etwas Nachtschlaf möglich.

Meine Beine fühlen sich wie geschwollen an, ich habe das Gefühl das die Lümpfknoten geschwollen sind und meine Sehschärfe ist unter Kortiaon ebenfalls unterirdisch.

Es fehlt am Appetit, was ich jetzt mal als nicht all zu schlimm erachte. Aber der Schwindel hingegen gibt gerade alles, was bedeutet, dass ich nur mit dem Stock laufe, weil es mich sonst wegen dem Schwindel, der miesen Koordination der Beine, oder wegen der Kombination aus beidem, lang macht.

Ich nehms dennoch, mit in dieser Situation möglichen Humor, viele kennen mich und wissen, dass ich mich nicht unterkriegen lasse. So denke ich, kann man als Beispiel dienen, dass es einem andere gleichtun.

Gruß aus Franken und vom Wellenleben! 😊
Euer Mark 😘