Alle Jahre wieder…

Oder, wie lass ich mich sauber vor den Karren spannen!

Nachdem alle brav an den Weihnachtstagen zusammen kamen und bei Tisch all den Köstlichkeiten fröhnten, kommt nun das Böse erwachen! Tatsächlich? Wieso?

Ganz einfach, weil die Medien und die Werbung Dir das sagen! Du bist jetzt mit einem Schlag fett geworden, musst sofort Diät halten und ins Fitnessstudio rennen. Los, los, nur keine Zeit verlieren und schon garnicht davor drücken, denn Müller, Maier und Huber tun es schließlich auch!

Nein… Da steckt keine Werbemasche dahinter. Ach woher! Oder doch? Das schlechte Gewissen fängt an zu kneifen und das drohende Neujahr löst nun eine Massenhysterie aus. Aber hey, fett warst du schon vorher, nur jetzt wollen, wie jedes Jahr, eifrige Geschäftemacher über deinen Hüftspeck, an einen Geldbeutel und dazu ist ihnen nichts zu heilig und kein Mittel zu perfide. Ich weiß, das klingt hart, aber wir nehmen nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Wir werden uns dessen nur nicht bewusst und finden die Erleuchtung in Form von Zeitschriften, sozialen Medien, Funk und Fernsehen leider immer erst kurz vor Jahresende.

Genial, wie uns die Medien im Griff haben. Wie kleine Marionetten, handeln wir nach deren Wünschen und trainieren uns dank fragwürdiger Vorbilder in den Fitnesstempeln, das letzte bisschen Persönlichkeit ab. Jeder möchte fortan sein wie die anderen. Oder eben der abgehalfterte Choreograph, beziehungsweise diese blonde halbverhungerte Grinsebacke mit glasigem Blick, die mit ihrem Blendax-Lächeln die ultimative Figur in nur wenigen Wochen anpreisen.

Aufwachen? Nachdenken? Was Du dir mühevoll in Monaten draufgehamstert hast, bekommst du nicht in einem Bruchteil der Zeit runter. Naja vielleicht mit einer der unzähligen Zeitschriften wo noch auf dem Titelbild 6 Kilo in zwei Wochen versprochen werden und direkt drunter die neusten Tortenrezepte angepriesen werden. Stellt sich nur die Frage, sechs Kilo rauf oder runter? Das hat sich mir nicht erschlossen…

Ich habe auch zu viel auf den Rippen. Es schmeckt halt einfach zu gut! Ich lass mir nicht gerne sagen, wie ich was, wieso und  warum zu tun habe. Wer mich nicht sehen mag, soll es lassen und an sonsten einfach mal den Dreck vor der eigenen Türe wegkehren. Das ist übrigens auch so ein urdeutsches Handeln, mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Fehler anderer hinweisen.

Kennen wir alles… So gesehen ist der Wahn an guten Vorsätzen zum Neujahr ein Segen, sind sie doch noch tagelang mit ihrem schlechten Gewissen beschäftigt, ehe sie wieder mit den Zeigefinger wedeln. Die Lemminge, die ihren Gurus nachhecheln.

Viel wichtiger und entspannter ist es doch, sich seiner Einzigartigkeit bewusst zu werden. Egal wie schwer, egal wie sonst was. Eben einzigartig und dadurch zufrieden!

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