Interview mit Christl Friedl

  • W├╝rdest du dich kurz vorstellen?
Sehr gerne doch ­čśŐ Ich bin 62 Jahre jung, geb├╝rtige M├╝nchnerin und lebe seit 5 Jahren mit Mann und H├╝ndin Bella im sch├Ânen Gars am Inn. Im Juli 2018 habe ich aus betriebstechnischen Gr├╝nden leider meinen Job als Personalsachbearbeiterin, der mir immer gro├čen Spa├č gemacht hat, verloren. Inzwischen bin ich dar├╝ber allerdings nicht mehr besonders traurig, habe ich doch jetzt ausgiebig Zeit, mich mit meinem Hobby, der Schriftstellerei zu besch├Ąftigen.
Autorin Christl Friedl

  • Schreibst Du unter einem Pseudonym?
Beim ersten Verlag, habe ich ÔÇ×Tr├Ąnen waren gesternÔÇť aus privaten Gr├╝nden unter dem Pseudonym Helena Marie Rillinger auf den Markt gebracht. Einige Leute, die gro├čes Interesse an meinem Buch hatten, konnten mich ├╝ber Google nicht finden, da ihnen das Pseudonym nicht bekannt war. Daher habe ich dann beschlossen nur noch unter meinem richtigen Namen zu ver├Âffentlichen.
  • Wann hast Du mit dem Schreiben begonnen?
Im Grunde habe ich bereits in der Grundschule lustige kleine Geschichten zu Papier gebracht und dann im Laufe der Jahre eine Leidenschaft daf├╝r entwickelt. Deutsch war daher auch immer mein Lieblingsfach. Als mir mein Vater dann meinen Herzenswunsch, Journalistin zu werden, abgeschlagen hatte, ging die Lust am Schreiben ├╝ber die n├Ąchsten Jahrzehnte verloren. Zu meiner Zeit gab es bei der Berufswahl noch kein Mitspracherecht, da hie├č es einfach nur ÔÇ×solange Du Deine F├╝├če unter meinem Tisch hast, ÔÇŽÔÇŽ..ÔÇť. Kennt der eine oder andere vielleicht auch noch.
  • Gab es einen speziellen Ausl├Âser, der dich zum Schreiben brachte?
Hier muss man wohl sagen, der dich WIEDER zum Schreiben brachte ­čśŐ Mit dem Tod meines Vaters begann f├╝r mich eine wirklich schwierige Zeit. Nat├╝rlich f├Ąllt das teilweise auch den Kollegen auf, mit denen man ja doch sehr viel Zeit verbringt. Als ich einer lieben Kollegin davon erz├Ąhlte, meinte diese, dass man ├╝ber die teilweise unglaublichen Ereignisse ja fast ein Buch schreiben m├╝sste. Diese Idee hat sich festgesetzt und nach einigem ├ťberlegen habe ich mich dann hingesetzt und wieder zu schreiben angefangen. Siehe da, die alte Leidenschaft war wieder geweckt.
  • Was macht das Schreiben f├╝r dich so besonders?
Das ist einfach ­čśŐ Das Besondere daran ist die Freude und der Spa├č, den mir das Schreiben bereitet und, dass ich jetzt endlich machen kann, was ich im Grunde meines Herzens immer gewollt habe. Ganz besonders war nat├╝rlich auch, dass mir das Schreiben von ÔÇ×Tr├Ąnen waren gesternÔÇť dabei geholfen hat alte Wunden aufzudecken, zu verarbeiten und sich schlussendlich davon zu befreien. Ich wollte ja nie glauben, dass aufschreiben helfen kann, Probleme zu l├Âsen. Nun, ich wurde eines Besseren belehrt und kann das nur jedem empfehlen.
  • Wie hei├čt dein aktuelles Werk?
Da es mir aufgrund einer langwierigen Krankheit einige Monate nicht m├Âglich war, meine Ideen umzusetzen, sind meine ÔÇ×altenÔÇť Werke zugleich meine aktuellen. D.h die Biografie ÔÇ×Tr├Ąnen waren gesternÔÇť und das Kinderbuch (nicht nur f├╝r Kinder) ÔÇ×Bella das kleine SockenmonsterÔÇť.
  • Erz├Ąhlst du uns ein wenig dar├╝ber?
ÔÇ×Tr├Ąnen waren gesternÔÇť Als mein Vater verstarb hatte ich bereits 17 Jahre keinen Kontakt mehr zu ihm. So habe ich davon mehr oder weniger zuf├Ąllig erfahren. Dadurch bedingt konnte ich dann nach vielen Jahren meine Halbschwester kennenlernen und musste so einiges erfahren, das mir bis dahin verborgen geblieben war. Dadurch war ich gezwungen, meine Lebensgeschichte nochmals neu aufzubereiten und dann auch erfolgreich zu verarbeiten. Aber keine Angst, dieses Buch ist nicht nur traurig und mit pers├Ânlichen Dramen gespickt. Es gibt auch ganz viele Episoden, die zum Schmunzeln oder auch zum herzlichen Lachen verleiten.
ÔÇ×Bella das kleine SockenmonsterÔÇť
„Bella das kleine Sockenmonster“ von Christl Friedl
Nach der Biografie hatte ich sozusagen wieder Blut geleckt und ├╝berlegt, ├╝ber was ich im Anschluss daran weiterschreiben k├Ânnte. Mein Blick fiel auf unsere s├╝├če spanische  Mischlingsh├╝ndin Bella, die seit nunmehr fast 14 Jahren zu unserer Familie geh├Ârt und ebenfalls auf eine ganze Reihe von lustigen Erlebnissen zur├╝ckblicken kann. Die Idee zu einer Reihe von ÔÇ×Bellab├╝chernÔÇť war somit geboren. Die B├╝cher sind/werden in der Ich Form geschrieben, d.h. Bella diktiert und ich fungiere lediglich als ihre Assistentin ­čśë Zugleich sind ihre Geschichten auch immer mit den passenden Fotos der S├╝├čen versehen. Da uns (Bella und mir) das Wohl aller Tiere sehr am Herzen liegt, sollen die ÔÇ×Bellab├╝cherÔÇť die Kinder nicht nur unterhalten. Sie sollen auch spielerisch lernen Empathie f├╝r unsere tierischen Freunde zu entwickeln und sich zu verinnerlichen, dass die Tiere unsere Liebe und Unterst├╝tzung verdienen und auch dringend brauchen.
Link zur Facebook-Seite von „Bella das Sockenmonster“
  • Sind weitere B├╝cher in Planung, oder vielleicht schon in Arbeit?
Inzwischen ist das zweite ÔÇ×BellabuchÔÇť in Arbeit. Bella erz├Ąhlt in diesem Buch von ihren Tier- und Menschenfreunden. Nat├╝rlich gibt es dann auch wieder eine Menge wundersch├Âner Bilder und lustige, aber auch lehrreiche, Geschichten.
  • Gibt es noch andere Genres, die dich interessieren und was liest du selbst so?
Krimis und Biografien sind die Genres, die ich bevorzuge. Wobei ich hier nicht die Biografien von Prominenten meine. Es gibt so viele Menschen wie du und ich, die ein aufregendes Leben haben, das es wert ist erz├Ąhlt und gelesen zu werden. Daher geh├Ârt den Biografien dieser Menschen mein Herz. Eine einzige Ausnahme gibt es. Vor Kurzem habe ich die Biografie von Michelle Obama gekauft, da ich diese Frau extrem bewundere und denke, dass sie uns ganz, ganz viel zu sagen hat.
  • Hast du selbst ein absolutes Lieblingsbuch, was dir am Herzen liegt?
Ein Lieblingsbuch in dem Sinne habe ich nicht. Vor einigen Monaten habe ich die Krimis von Irene Dorfner f├╝r mich entdeckt und in der Zwischenzeit auch schon mehrfach gelesen. Irene ist eine sehr liebe Kollegin, die regionale bayerische Krimis schreibt. Mir gef├Ąllt ihr Schreibstil, der sich sehr fl├╝ssig lesen l├Ąsst, sehr gut und vor allem versteht sie es hervorragend Spannung aufzubauen. Bei Krimis ein nicht unwesentlicher Aspekt.
  • Gibt es noch etwas, dass du uns mit auf den Weg geben m├Âchtest?
Mein Lebensmotto ÔÇ×aufgeben gibt es nichtÔÇť w├╝rde ich den Menschen gerne ans Herz legen. D.h. zum einem, dass man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen soll, wenn es mal schwierig wird, zum anderen, dass kein Tal so tief sein kann, dass es nicht m├Âglich ist wieder einen Weg zur├╝ck ans Licht zu finden. Glaubt mir, ich wei├č wovon ich spreche. In diesem Sinne bedanke ich mich f├╝r das Interesse an meiner Person und vielleicht auch an meinen B├╝chern und w├╝nsche allen Lesern, Autoren, Bloggern, einfach allen Menschen von Herzen alles Gute ­čśŐ
Ich bedanke mich recht herzlich bei Christl Friedl , dass sie sich zu diesem Interview bereit erkl├Ąrt und uns einen kleinen Einblick in ihr Leben als Autorin gew├Ąhrt.

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