Interview mit Eva D. Black

  • Würdest du dich kurz vorstellen?
Gerne, mein Name ist Eva, ich bin 46 Jahre alt, glücklich verheiratet und lebe mit meinem Mann und meinen beiden Kindern in Süddeutschland.
  • Schreibst Du unter einem Pseudonym?
Ja, ich habe mich für ein Pseudonym entschieden, da in meiner unmittelbaren Umgebung kaum jemand von der „dunklen Seite“ in mir weiß. BDSM ist ein solch spezielles Thema, nicht jeder kann verstehen, dass jemand so leben möchte und ich will niemanden abschrecken oder schockieren. Trotzdem ist es mir ein Anliegen, ein klein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Entgegen der leider immer noch weitverbreiteten Meinung hat BDSM eben absolut nichts mit Zwang und Gewalt zu tun, wenn die Partner sich vertrauen und aufeinander verlassen können.
  • Wann hast Du mit dem Schreiben begonnen?
Ich schreibe schon immer gerne Geschichten, allerdings bisher nur für mich selbst oder für Freunde. Mein Buch habe ich im Herbst 2017 begonnen und im Juni 2018 veröffentlicht.
  • Gab es einen speziellen Auslöser, der dich zum Schreiben brachte?
Den gab es tatsächlich. Im Sommer 2017 schenkte ich meinem Mann zum 16. Hochzeitstag ein Fotobuch, in dem ich ein paar unserer besonders schönen Abende und Nächte (Sessions) für ihn aufgeschrieben hatte. All meine Empfindungen und Gefühle, die mir oft so schwerfallen auszusprechen, packte ich dazu. Er fand es großartig und ließ die Bemerkung fallen: „Du solltest ein Buch schreiben“. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los, also begann ich im Herbst 2017 damit, unsere Geschichten umzuschreiben und die Story um David und Lea nahm immer mehr Gestalt an. Auch wenn ich mit den beiden völlig neue Charaktere geschaffen habe, so ist es doch irgendwie unsere Geschichte. Mit echten Einblicken in eine D/s-Ehe, echten Sessions und echten Gefühlen.
  • Was macht es für dich so besonders?
Ich zitiere immer wieder gerne meine Protagonistin Lea: „Es ist ein Wunsch, ein Bedürfnis das aus meinem tiefsten Inneren kommt.“ Es war mein Wunsch und tiefstes Bedürfnis, dieses Buch zu schreiben. Am faszinierendsten war, wie aus meinen Ideen, Gedanken und Gefühlen nach und nach eine Geschichte entstanden ist. Manche Szenen entwickelten sich während des Schreibens, das war oft sehr intensiv. Ganz deutlich konnte ich Leas Gefühle spüren, ich hatte Herzklopfen, war erregt und emotional aufgewühlt – eben voll und ganz Lea.
  • Wie heißt dein aktuelles Werk?
Es heißt „Die Augen des Beschenkten“. Namensgebend ist das Zitat von Jean de La Bruyère: „Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, dem man soeben etwas geschenkt hat.“
  • Erzählst du uns ein wenig darüber?
David und Lea sind seit 15 Jahren zusammen und nach außen ein ganz normales Ehepaar. Kaum jemand weiß von ihrer besonderen Lebensform. Die tiefe Liebe, die sie verbindet, und die gemeinsame Leidenschaft zur härteren Spielart lassen die beiden viele sinnliche und lustvolle Stunden erleben. Die Regeln ihres Alltags sind klar festgelegt, die Rollen eindeutig verteilt. Beide haben Spaß daran, dass Lea hin und wieder gegen diese Regeln verstößt. Konsequent leben sie ihre Neigungen in einer D/s-Beziehung aus, soweit das im Alltag mit Kindern, Haushalt und Beruf eben möglich ist. „Die Augen des Beschenkten“ ist ein BDSM-Roman aus dem wahren Leben – ganz ohne Millionär und Intrigen, dafür aber mit explizit beschriebenen Szenen und daher für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.
  • Sind weitere Bücher in Planung, oder vielleicht schon in Arbeit?
Ich habe bereits wieder angefangen zu schreiben. Die Geschichte von Lea und David ist noch nicht zu Ende erzählt. Das zweite Buch wird aber unabhängig vom ersten zu lesen sein.
  • Die BDSM Scene ist für Außenstehende sehr geheimnisvoll und kaum zu verstehen. Was kannst Du uns dazu erzählen?
Ich ärgere mich oft darüber, dass in zahlreichen Geschichten und Berichten fiktive SM-Beziehungen geschildert werden, die nicht einvernehmlich sind und somit den Lesern ein unschön verzerrtes Bild davon vermitteln, wie BDSM-Anhänger ihre Leidenschaft ausleben. Dabei ist es doch ganz einfach… Oberstes Gebot für jegliche Aktion im BDSM-Kontext ist die SSC-Regel. SSC bedeutet safe, sane, consensual. Also sicher, vernünftig (mit gesundem Menschenverstand) und EINVERNEHMLICH. An Grenzen zu führen und an Grenzen geführt zu werden erfordert ein Höchstmaß an gegenseitigem Vertrauen. Möglicherweise ist dieses „Grenzen überschreiten“ für Außenstehende nicht nachvollziehbar und es erscheint das ein oder andere nicht mehr einvernehmlich. Auch hier versuche ich, ein möglichst reales und verständliches Bild zu schaffen. Letztlich geht es um Erfüllung und um Lust – und die definiert ein Jeder für sich anders.
  • Gibt es noch andere Genres, die dich interessieren und was liest du selbst so?
Ich lese natürlich schon sehr gerne im Genre Erotik/BDSM, zwischendurch darf es aber auch mal eine harmlose Liebesschnulze sein. Am liebsten lese ich jedoch Krimis. Deshalb möchte ich irgendwann auch unbedingt mal einen Krimi schreiben. Pferde und Reiten sind seit meiner Kindheit wichtiger Bestandteil meines Lebens – ein weiterer Traum ist es, ein Pferdebuch für Kinder/Jugendliche schreiben. Pläne gibt es also reichlich, was mir noch fehlt, ist die Zeit dafür.
  • Hast du selbst ein absolutes Lieblingsbuch, was dir am Herzen liegt?
Ich muss ein wenig über die Frage schmunzeln, denn in meiner Danksagung schreibe ich, dass ich mir mit „Die Augen des Beschenkten“ meinen ganz persönlichen Lieblingsroman geschaffen habe… Denn wer könnte besser beschreiben, was ich am liebsten mag, als ich selbst? 😉 Aber im Ernst, ich lese wahnsinnig gerne und es gibt so viele tolle Bücher. Ich kann mich unmöglich auf eines festlegen.
  • Gibt es noch etwas, dass du uns mit auf den Weg geben möchtest?
„Die Augen des Beschenkten“ ist mein erstes Buch und das Genre spricht sicherlich nicht die ganz breite Masse an. Ich hatte keine Ahnung, wie das ankommen würde und freue mich wirklich wahnsinnig über die große Resonanz. Das macht mich stolz und glücklich und ich bedanke mich von Herzen bei all meinen Lesern. Zum Schluss möchte ich nicht nur allen BDSMern, sondern auch allen, die neugierig auf diese besondere Lebensform sind, mein Buch ans Herz legen. Wer mehr über David und Lea erfahren möchte, hier sind die entsprechenden Links zu meinen Seiten:
Facebook: Eva D. Black – Autorenseite
Instagram: Eva D. Black auf Instagram
Vielen herzlichen Dank, lieber Mark, für das tolle Interview. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.
Liebe Eva, ich danke dir im Namen aller Leser, für diese tollen Einblicke in dein Leben als Autorin, dein Buch und die Welt des BDSM. Ich wünsche Dir für weitere Projekte viel Erfolg und Freude!

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