Das Spiegelbild

Das Spiegelbild

Sich selbst erblicken, mit all seinen Makeln, ungeschönt, pur und real. Keine Chance dazu, unschöne Stellen zu retuschieren, was zu Akzeptanz, oder Ablehnung führen mag. Der Spiegel, ehrlich und unbestechlich bietet er feil, was nur Wenigen angenehm scheint, dabei ist jeder für sich ein Meisterwerk!

Was für Dritte verborgen bleibt, erspäht der Jene selbst, der sich im Spiegel zeigt. Das eigene Gewissen ist es, welches wie ein Echo aus dem Spiegel heraushallt. Wer reinen Herzens ist, vermag sein Spiegelbild zu lieben, doch manch anderer blickt gequält hinein und mustert mit Scham sein hässliches Ich auf dieser anderen Seite.

 

Anderen mag man etwas vormachen können, ja gar ein Meister darin sein, nur sein eigenes Spiegelbild kann man nicht über seinen Charakter hinwegtäuschen. Die Blicke, welche aus dem Spiegel zurückkommen, sie bohren und schmerzen tief.

 

 

Wohl dem, der reinen Gewissen ist, sich selbst liebt und achtet, denn der kann seinem Spiegelbild zulächeln und ist mit sich im Reinen. Jener Mensch ist fähig, Liebe und Achtung an Andere weiterzugeben.

Richtig reagieren

Eigentlich, so war ich bisher der Meinung, bin ich mit meiner geistigen Transformation schon recht weit voran geschritten und doch werde ich auf einen Punkt in, oder an mir aufmerksam, der mir missfällt. Wenn ich eins nicht kann, dann ist es möglichst rational auf Situationen reagieren.

Wo andere z.B. sofort auf persönliche Angriffe oder sonstige negative Situationen besonnen reagieren, bleibt mir entweder die Luft weg oder ich neige zu Überreaktion. Ich mag das nicht, nein ich verabscheue das sogar sehr und möchte auch dies noch ändern.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie man das am besten anstellt. Solch ein „Problem“ schafft sich nicht im Handumdrehen ab. Alleine schon, weil es eine Charaktereigenschaft ist, bedarf es da wohl weitaus mehr als den bloßen Willen dazu.

Wenn ich an die eine oder andere Situation zurückdenke, ich gehe da auf keine explizit ein, war es zumeist der Fall, dass neben der Ratlosigkeit, welche aufkam, auch noch körperliche Auffälligkeiten wie Herzrasen, Anspannung, Transpiration dazukamen, was einer Angriffshaltung gleichbedeutend ist.

Wenn einem das so Bewusst wird, ist es tatsächlich erschreckend. Bei genauerer Betrachtung stellt es sich einfach nur als Angstreaktion, oder Panik heraus, weil man der Situation nicht gewachsen ist und regelrecht unbewaffnet gegenübersteht.

In solchen Momenten angemessen reagieren und dem Gegenüber mit sachlichen Argumenten begegnen, fände ich klasse. Aber wäre das generell als „das Ziel“ zu sehen? Es würde ja bedeuten, dass man über Alles und Jedes diskutieren würde. Im Anbetracht dessen, dass man an Jemanden gerät, der ebenso wenig mit der Situation umgehen kann, wäre das wohl eher sinnlos.

Oftmals, so scheint es mir, ist es besser, gelassen zu bleiben und gar nicht weiter zu reagieren. Wenn man sich bewusstmacht, dass es die eigenen Gedanken sind, welche einem diesen Streich spielen, dass diese uns so irrational reagieren lassen, finde ich es schon fast wieder einfacher, daran zu arbeiten.

Und tatsächlich ist dies der Fall, denn ein Mangel am eigenen Selbstwert lassen solche negativen Gedanken zu. Wenn in der Arbeit Kritik geäußert wird, kann ich diese annehmen, das für mich passende daraus ziehen und konstruktiv verwerten. Ich kann aber auch gekränkt reagieren und Fehler bei mir suchen. Sicher kommt es dabei auch immer auf die Qualität der Kritik und auf die Absichten des Gegenübers an.

Ich denke im Großen und Ganzen bin ich gut damit beraten, wenn ich mir bewusstmache, dass Andere wohl ein Problem mit mir haben, ich aber nicht mit ihnen. Allein bei dem Gedanken daran, fühlt es sich direkt besser an. Und um dem Problem aus dem Weg zu gehen, nicht direkt eine Antwort auf eine Situation zu finden, kann man seinem Gegenüber ja auch erstmal beschäftigen, wenn man auf seinen Angriff mit der Frage „Worauf willst Du hinaus?“ antwortet. So sieht er sich gezwungen sein Handeln zu erklären und wir haben Zeit, die Ärmel hochzukrempeln. Das aber natürlich nur sinnbildlich gesprochen!

Eins noch, wir alle sind Mensch, was bedeutet, dass wir alle auch unsere Fehler haben. Eben diese machen uns ja so menschlich und eben diese führen auch wie oben beschrieben gerne mal zu Fehlinterpretationen und Ärger. Sich in solch schwierigen Situationen auch einfach mal zurückzunehmen, in Demut inne zu halten, kann einem gewiss auch mal als Schwäche ausgelegt werden, im Grunde ist es aber eine Stärke, weil man damit dem Feuer zuerst einmal seine Nahrung entzieht.

Ich habe da also noch eine Hürde vor mir, die es zu nehmen gilt und wie jede vorherige, werde ich auch diese schaffen!

Das Luftschloss

In schillernden Farben, prächtig und anmutig wirkend, seinem Besitzer wohl gefallend und bis ins Detail ausgedacht. Stets erweitert durch neue, spektakuläre Erzählungen und in seiner stattlichen Anmutung ja schon beinahe bedrohlich wirkend. Das Luftschloss!
Mit jedem Detail was dazu gedichtet wird, nimmt es immer wahnwitzigere Dimensionen an. Dem Erbauer dieses Meisterwerks gedanklichen Größenwahns, steigt dieses Gebilde nicht nur zu, sondern über den Kopf, nimmt dem Verstand das Licht und der Flunkerei seine anfangs harmlos wirkende Anmutung.
Was stabil errichtet scheint, stellt sich als poröses Gebilde heraus, welches nach einer Weile allein durch den Windhauch gestellter Fragen zu wanken beginnt, um schließlich irgendwann mit wildem Getöse einzustürzen.
Da steht er nun, geistig obdachlos, mit geschundenem Blick und trägt seinen Selbstwert zu Grabe. Es spielen keine Posaunen, es wehen keine Lilien, es steht niemand da und findet tröstende Worte. Zurück bleibt ein Mensch, der sein Leben lang sein wahres Ich verleugnet und durch geschickte Inszenierungen ersetzt hat. Doch wie bei jeder Vorstellung, fällt auch hier irgendwann der Vorhang!
Verneige Dich! Verneige Dich vor deinem Spiegelbild, deinem schärfsten Kritiker. Vielleicht vermag es ja Trost zu spenden, Tränen zu trocknen und Wunden zu pflegen. Vielleicht aber auch nicht! Vielleicht nicht…
©2017/Mark Knietsch

Laute Welt

Das Gefühl, dass einen die Welt da draußen regelrecht anschreit, lässt nicht mehr los und vereinnahmt den Kopf vollends. Mit äußerlichen Reizen derart überfrachtet, dass man aus Selbstschutz den Rückzug antritt, weil man an Grenzen stößt, die man unter gesunden Umständen niemals erreichen würde. Aber anders gefragt, wer ist heute noch gesund?

Die größte Vergewaltigung unseres Seins geschieht durch Zeit! Ja, richtig gehört, so definiere ich das! Unsere Energie, unsere Kreativität wird durch zu viel Handlung in zu wenig Zeit traktiert und gelähmt. Wir agieren nicht mehr, wir reagieren nur noch. Handlung als Reflex, ohne Reflektion der selbigen! Die uns geschenkte Zeit3 mit zu viel Wünschen und Taten vollgeladen und trotzdem zu wenig gelebt.

Wer hat zuletzt bewusst erlebt? Wer hat zuletzt völlig selbstlos Zeit4 verschenkt, in dem er für andere ganz bewusst und aufmerksam da war, ohne dabei schon wieder den Terminkalender im Kopf und die Uhr im Blick zu haben?

Wir sind perfekt darin, unsere Zeit5 so genau zu verplanen, dass auch wirklich jede Minute effizient genutzt wird, haben aber vergessen zu regenerieren. Selbst nachts findet man kaum noch Ruhe, weil man im Geiste schon einen Tag weiter, beim nächsten Termin ist. Ist alles vorbereitet? Sind alle Planungen abgeschlossen? Habe ich auch wirklich nichts vergessen?

Doch, Du hast etwas vergessen, nämlich Dich selbst!

Wünsche

Der Mensch ist immer schnell dabei, wenn es darum geht Wünsche zu äußern. Meist handelt es sich um Materielles oder Utopisches, wie etwa ewiges Leben. Aber wer bitte will schon ewig leben? Was soll ich denn mit so viel Zeit anfangen, wenn ich die, die ich ohnehin schon habe, nicht bewusst und sinnvoll nutze?

Sich materielle Dinge zu wünschen, bringt auf lange Sicht auch keine Genugtuung, sondern nur kurzweilig etwas Freude. Diese wechselt aber schnell in Gewohnheit und oft ertappt man sich dabei, sich selbst zu hinterfragen, wozu man das denn eigentlich braucht.

Was aber, sind sinnvolle Wünsche? Nun, ich habe viel darüber Nachgedacht und ich komme zu dem Schluss, dass wirklich sinnvolle und erreichbare Wünsche, immer Sachen sind, die man sich von sich selbst wünschen sollte. Denken wir alleine an unseren Drang nach Neuem, weil das Alte langweilig wurde. Oder betrachten wir das Spiegelgesetz, dass Dinge die einem an anderen stören, häufig bei uns selbst zu finden sind. Sollte man sich da nicht wünschen, dieses negative Verhalten abzulegen? Ist das nicht ein greifbarer und erfüllbarer Wunsch und bringt uns dieser nicht viel weiter, als alles andere?

Arbeite ich an mir selbst und ändere mein Verhalten, werde ich dadurch auch ganz automatisch zufriedener. Es bedarf dazu keinerlei Hilfsmittel, lediglich den Willen zur Veränderung. Wenn ich mich mit dem was ich bereits besitze, zufriedengebe und mir bewusstmache, dass eine Neuanschaffung keinen Nutzen bringt, außer mein Ego zu pushen, habe ich schon viel gewonnen. Das neue Handy kann auch nur, was das alte schon konnte, vielleicht kann es das besser… na und? Macht es dadurch mich besser?

Wenn ich so darüber nachdenke, kann man durch Transformation seines Denkens nicht nur eigene Zufriedenheit erreichen, sondern strahlt diese positive Kraft auch auf sein Umfeld aus! Eins ist sicher, ein gesunder Geist, ein guter Charakter, kommt niemals aus der Mode!

Geht in euch, reflektiert euer Verhalten und eure Gedanken, fragt euch, was wirklich wichtig ist und strebt danach!