Kindheit Damals und Heute

Glücklicher in der Vergangenheit?

Im Internet, auf allen Kanälen werden täglich neue Spiele vorgestellt, von Pokémon Go bis zu irgendwelchen Alien-metzelnden Firstperson-Shooter gibt es alles, was das Zockerherz begehrt. Stunden und Tage werden damit verbracht, die jeweiligen Episoden durchzuspielen. Gelobt wird, was mit aller Gewalt aus der Realität zerrt. Ist diese doch noch nicht unerträglich genug, führt man seinen eigenen Krieg zuhause in seinen vier Wänden fort.

Mario und Luigi

Computerspiele und ihre Helden

Während des Tages seinem spießbürgerlichen Dasein fristen, automatisiert wie Roboter seiner Tätigkeit nachgehen und bloß keinen Gedanken für irgendetwas wichtiges verschwenden. Denken fällt ja ohnehin schon schwer, also versucht man es besser erst gar nicht, tackert weiter seinen Stempel auf die Durchschläge, schiebt fleißig Pakete weiter und bemüht den Scanner an der Supermarkt-Kasse. Oh ja, ein schönes Leben ist das! Nach Feierabend noch eben irgendwas zu essen in die Mikrowelle geworfen und ran an den PC, die künstlich erschaffene Realität wartet.

Traurig dieser Gedanke solch ein Dasein zu fristen, trostlos und hoffnungslos. Bei dem Versuch sich in solch eine Person hineinzuversetzen, kommt ein beklemmendes Gefühl auf. Allein sein unter vielen KI’s wie man diese Gegenspieler, die künstliche Intelligenz nennt. Und selbst wenn es um ein Spiel geht was von mehreren im Verbund gespielt wird. Ist es trotzdem nur ein Spiel mit Menschen, die man nicht wirklich kennt. Einsamkeit ist also in solch einem Fall gewiss keine Seltenheit.

 

Ich denke gerne an früher zurück, bin mittlerweile vierzig Jahre alt und zu unserer Zeit gab es maximal eine Atari Spielkonsole. Zwei Balken, welche einen Ball hin und her schubsten, Tennis… Als ich dann etwas älter war, ich dürfte 13 gewesen sein, war es der erste Gameboy. Woohoo… dennoch gehörten wir einer Generation an, die sich ohne diesen Kram zu beschäftigen wusste!Den ganzen Tag im Freien, egal wie das Wetter war, mit alten Kassettenbändern Angeln bauen, man hat nichts gefangen, aber man hatte Spaß am Bach.

Sich mit der Natur beschäftigen, Schwimmen und Radfahren gehen. Wir hatten eine Stelle am Bahndamm, damals dürfte ich noch keine zehn gewesen sein, da gab es einen Schwarm Libellen. Wunderschöne Tiere, wie ich heute finde, aber damals wurde uns erzählt, dass die böse beißen. Wir sahen die Tiere und nahmen unsere Beine in die Hand. Wir rannten wie vom Teufel verfolgt, nur um diesen blutsaugenden Riesenlibellen zu entkommen. Ich lache heute noch darüber und diese Erinnerung nimmt mir keiner mehr!

Ich weiß nicht, aber ich finde, dass wir früher unbeschwerter und glücklicher gelebt haben. Klar, ich erinnere mich an früher und mir geht das Herz auf, die Kids heute kennen „Früher“ nur aus Erzählungen, was Mama und Papa alles erlebt haben. Wie sagt mein Sohn heute, er wird im August dreizehn: „Is ja voll achtziger!“ Ja, danke Sohn, ich weiß, dass ich nimmer zwanzig bin. Aber er hat recht! Er lebt im hier und jetzt, diese Zeit und die Möglichkeiten von heute sind seine Kindheit. Wir sehen es als schlimm und negativ an, aber es ist der Lauf der Dinge. Sie werden in eine andere Zeit geboren als wir es wurden. Ist das nun gut oder schlecht, das kommt auf die Perspektive an und auch auf das Alter derer, die ihre Sicht auf das ganze darstellen. Wir sind alt! Achtziger, oder wie in meinem Fall Siebziger!

Freude am Spiel

Spielende Kinder

Wir „Älteren“ dürfen uns nicht gegen alles verwehren, wir sollten uns darin üben, Verständnis zu zeigen, Interesse zu zeigen um zu verhindern, dass wir den Faden zu unseren Kindern verlieren. Ich denke es gibt nichts Schlimmeres als sich unverstanden zu fühlen. Klar werden wir zu diesen heutigen Spielen und Beschäftigungen keinen Weg mehr finden, aber wir müssen ganz einfach respektieren, dass es das gibt.

Stattdessen sollte man sich lieber darum bemühen, dass man mit den Kindern zusammen einen Weg findet, dass es von der investierten Zeit in solche Spiele nicht überhand nimmt. Ausgleich schaffen, gemeinsame Unternehmung, ein Eis geht immer und das holt man sich zu Fuß oder mit dem Rad!

Und um es mal ganz klar zu sagen, hätte es all diese Spiele und Freizeitmöglichkeiten von heute schon damals gegeben, hätten wir sie ebenso genutzt. Unser Glück war einfach nur, dass wir früh genug auf der Welt waren und unsere Kindheit noch etwas einfacher und unbeschwerter verbringen konnten. Vielleicht auch phantasievoller, denn ein gewisses Maß an Kreativität war stets gefordert um Spielmöglichkeiten zu erschaffen. Vielleicht können wir einfach davon unseren Kindern etwas vermitteln. Eventuell wird auch in dem Bereich Retro der neue Chic!

Aber eins liegt mir noch auf dem Herzen, beziehungsweise kommt mir gerade in den Sinn. Ich weiß es wurde schon oft und zur Genüge zitiert und dargestellt, aber früher haben wir mehr Eigenverantwortung gelebt, es wurde mehr beigebracht und mit den Kindern beschäftigt. Es gab früher keine Sicherheitsschraubverschlüsse, Steckdosenabdeckungen, bitter schmeckende Reiniger oder Tücher um ein keimfreies Zuhause zu erschaffen. Mit uns wurde sich früher beschäftigt und wir haben von unseren Eltern, Omas und Opas gelernt wie das Leben funktioniert. Die Kinder, beziehungsweise die jungen Erwachsenen kommen aus den Schulen, sollten für das Leben vorbereitet sein, haben aber genau genommen, keine Ahnung was sie erwartet!

Heute überlassen wir es diesen Helferlein im Haushalt, auf unsere Kinder zu achten, weil es uns an der Zeit mangelt. Man geht zu zweit arbeiten, weil man alleine kaum den Unterhalt bestreiten kann und die Familie kommt dadurch zu kurz. Die Kinder versauern in ihren Zimmern, an ihren Fernsehern und Spielekonsolen oder sind den ganzen Tag mit dem Smartphone zu Gange, was mittlerweile sogar uns Erwachsenen immer mehr zur Last wird, uns zur Geisel macht. Wir kommunizieren zu wenig und schweigen zu viel, wie eingangs schon erwähnt, wird der Kopf ausgeschalten und der Job gemacht, die künstliche Intelligenz Smartphone denkt für einen mit.

Ich selbst bemerke das sehr und es muss dagegen angekämpft werden. Man darf sich nicht kopflos ergeben, auch wenn diese Technik uns vieles abnimmt. Das Leben allerdings, sollten wir uns davon nicht abnehmen lassen!

 

Verrückt sein macht Spaß und befreit!

Ernst ist das Leben, jeden Tag aufs neue sind wir alle gefordert, uns den wichtigen Dingen zu widmen, uns regelrecht diesem Regelwerk zu unterwerfen, was irgendwann mal, irgendwelche schlauen Köpfe beschlossen haben. Sicherlich ist nicht alles schlecht, ganz gewiss nicht. Was wäre die Welt ohne Regeln und was wären wir, wenn wir nicht ein „geregeltes Leben“ hätten. Wir würden wie planlose Hühner durch die Gegend irren und alles ginge drunter und drüber. Es ist also von Nöten, dass wir einem gewissen Regelwerk folgen und uns zivilisiert benehmen, weil dies eine Zivilisation wie die unsrige erst ausmacht.

Gut, sieht man sich manche Mitmenschen so an, fragt man sich schon, wer deren Regeln verfasst hat, oder ob sie Regeln überhaupt für sinnvoll erachten. Benehmen Sie sich doch wie Bestien, dieser Begriff erscheint mir passend, weil sie als Tiere zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für die Tierwelt. Ich möchte da aber nun gar nicht auf einzelne Namen eingehen, zumal ich diesen Beitrag nicht mit politischem Geschwätz vergiften mag. Dennoch finde ich es schlimm, dass Menschen mit so wenig emotionaler Intelligenz und Verstand solch wichtige Positionen begleiten dürfen. Ich denke man muss sich dann nicht wundern, wieso Vieles so ist wie es eben ist.

Aber um diesem Irrsinn zu entfliehen, muss man auch einfach mal Fünfe grade sein lassen. Dem Clown den man gefrühstückt hat mal Auslauf geben. Eben einfach für einen Moment kindisch sein. Es heilt die Seele, schafft Platz, weil man negative Gedanken verdrängt. Und wenn die Seele erstmal durchgefegt ist, kann man sich auch wieder alltäglichem Wahnsinn hingeben.

Unsere Seele und unser Verstand, ich trenne das ganz gerne bewusst voneinander, sind wie Gläser. Irgendwann sind diese so voll, dass nichts mehr hinein passt. Daher ist es zwingend notwendig, durch eine Entleerung der Gefäße Platz zu schaffen. Es erleichtert, bringt Schwung und regeneriert Kräfte, welche wichtig für unser Bewusstsein sind. Erst wenn wir uns voll und ganz unserem Umfeld bewusst sind, uns Situationen stellen und uns behaupten können, sind wir ganz bei uns! Wenn es also dazu nur nötig ist, ab und an etwas Verrücktes zu tun und einfach mal Kind zu sein, dann sollte dies doch eine leichte Übung sein?

Gewiss nicht, denn wir verlernen es Kind zu sein. Wir sind so in unserem täglichen Trott verhaftet, dass wir uns nicht mehr wirklich daran erinnern, wie es sein mag Kind zu sein. Dabei ist gerade das so wichtig. Lachen, Spaß haben, völlig egal ob es einfach nur Blödsinn ist. Eine wunderbare Kissenschlacht, toben im Garten, sich blöde Grimassen schneiden und einfach herzlich darüber lachen. Es tut so unheimlich gut und befreit! Vor allem aber, wenn man sich diesem Versuch hingibt und man Erfolg hat, so erlangt man auch wieder Kreativität. Sei es nur sich seinen Alltag etwas umzustrukturieren oder gar eine Fähigkeit bei sich zu finden die ein Hobby, oder gar eine berufliche Veränderung bedeuten könnte. Warum nicht? Denkt mal darüber nach.

Natürlich würde ich mich wieder über Kommentare und Ideen von Euch freuen!

Euer Mark