Wahrer Besitz

Lange Zeit war ich der Meinung, dass der Besitz von Gegenständen etwas Erstrebenswertes ist. Möchte man sich selbst und seinen Standpunkt in der Gesellschaft definieren, schien es unerlässlich zu sein, durch Anschaffung diverser Besitztümer, dieses angestrebte Ziel zu verfolgen und zu untermauern.

Blöd ist nur, dass sich dieses Handeln wie ein schwarzes Loch erweist. Man schafft mehr und mehr an, die Masse wird immer größer, aber das Verlangen nach Geltung, nach Ansehen wird dadurch kein bißchen gestillt.

Das Gegenteil ist der Fall und die Unzufriedenheit steigert sich zu dem noch überproportional  zum Besitz.

Ein Zen-Meister namens Osho brachte es mit seinen Worten auf den Punkt, in dem er sagte „Mit leerer Hand ist er gekommen und mit leerer Hand wird er gehen, dazwischen ist der Mensch so verrückt, zu denken, etwas zu besitzen!“

Weise Worte, denn der wahre Besitz eines Menschen, sein wahrer Wert, lässt sich weder wiegen noch messen!

Es ist seine Einstellung, es sind seine Erkenntnisse und Lehren die er aus dem Leben zieht, sein gutes Herz und seine demütige Haltung allen anderen Lebewesen gegenüber. Und allein diesen Besitz kann man nicht wegnehmen!

Wer sich diese Erkenntnis zu nutze macht, sieht materielle Dinge mit anderen Augen. Man definiert sich nicht mehr darüber, man nutzt sie lediglich. Man sieht sie als das was sie sind, nämlich gegenständlich, gebräuchlich und mehr nicht.

Somit wäre der Verlust eines solchen Gegenstands, mal abgesehen von Wert und Nutzen, nicht weiter tragisch, ists doch nur ein Ding!

Es ist immer nur die eingeschränkte Sichtweise, die mangelnde Perspektive und vor allem diese Fehlfunktion, immer alles bewerten und bemessen zu müssen, welche uns hindern, auf dem Weg zu uns selbst!

Es soll nun keiner Leben wie ein Asket, aber diese Erkenntnisse sind wichtig, wenn man sich selbst finden möchte!