Eine bedrohliche Entwicklung

Leistung und Qualifizierung

Momentan verfolge ich viele Diskussionen von namhaften Philosophen und Politikern zum Thema Gesellschaft im heutigen Zeitalter und ich kann bei vielen Aussagen beipflichten, ich kann bei einigen Aussagen aber nur den Kopf schütteln und ich muss acht geben, dass ich mir dabei kein Schleudertrauma zuziehe!

 

Worte wie Globalisierung und digitale Revolution sind zu vernehmen, sowie die Tatsache, dass wir auf eine Gesellschaft zusteuern, die nur noch Bits und Bytes kennt, was zwangsläufig dazu führen wird, dass Arbeiter immer stärker durch Maschinen ersetzt werden.

Dieses Thema ist kein Neues, das stimmt, aber das Ausmaß wird sich in den kommenden Jahren um ein Vieles mehren. Die Folge wird sein, dass neben der einen Hälfte Gut-Verdiener, die andere Hälfte vom Sozialstaat abhängig sein wird. Klingt in der Tat utopisch, wird aber leider Realität sein, wobei die Frage, wer das finanzieren soll, noch im Raum steht.

Die Zahl der Arbeitnehmer schwindet, die Rentabilität und der Profit steigen. Mir graut es bei dem Gedanken und wenn ich dann von einem Spitzenpolitiker höre, dass die Menschen künftig auch noch Jobs haben werden, wenn Sie nur bereit sind, sich entsprechend höher zu qualifizieren und entsprechende Leistung erbringen, schüttelt es mich! Viele arbeiten ja schon am Limit.

Tatsächlich bekomme ich gerade ein echtes Problem mit der Aussage, weil diese ja bedeutet, dass neben der Maße derer, die sich nicht weiter qualifizieren können und im Abseits stehen, die anderen um Jobs kämpfen, bei denen sie dann letztlich psychisch zu Grunde gehen, weil sie einem Stress-Level ausgesetzt sein werden, was keiner sehr lange durchhalten kann.

Depression ist jetzt schon auf dem Vormarsch, was man allein schon an der Tatsache erkennen kann, dass sogar die Medien sich mittlerweile mit dem Thema auseinandersetzen. Trotzdem laufen wir mit großen Schritten in eine Zukunft, wo diese ohnehin schon kräfte-raubende Arbeitswelt noch brutaler wird.

Aber was mich dabei am meisten wurmt, dass es den Herren nach, wohl Nichts mehr zwischen Arm und Reich gibt. Denn ich möchte weder arm sein, noch möchte ich mich für viele Euros verheizen lassen. Ich habe mein Geld, ich habe mein Auskommen und meine Familie. Ich lebe gut, so wie es ist und ich habe die Chance, meine Familie zu erleben, sie zu genießen.

Ich möchte glückliche Kinder haben, die selbstbewusst werden und sich entwickeln. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie Banker oder Handwerker werden, weil jeder den Beruf wählen soll, mit dem er sich identifizieren kann. Die Aufgabe sollte sein, dafür zu sorgen, dass jeder von seiner Arbeit leben kann.

Weiter stellt sich die Frage, welchen Stellenwert denn Kranke und behinderte Menschen dann künftig haben werden, die nicht arbeiten können, auch wenn sie das gerne wollten. Auch davon hört man nichts in diesen Diskussionen. Das finde ich besorgniserregend!

Es ist klar, dass es Fortschritt geben muss, aber die Frage ist immer, in welchem Maße und zu welchem Preis! Und weiter, wer von diesem angesprochenen Fortschritt am meisten profitiert? Der kleine Bürger wird es nicht sein, soviel steht fest! Man sollte arbeiten, damit man leben kann und nicht nur leben um zu arbeiten.

Es darf mich jetzt niemand falsch verstehen. Ich finde es wichtig, dass Veränderungen stattfinden, niemand bleibt gerne auf der Stelle stehen, aber die Geschwindigkeit, welche ja schon in den vergangenen fünf bis zehn Jahren extrem zunahm, wird noch rasanter und das kann doch nicht gesund sein?

Sehe ich das wirklich zu eng, bin ich tatsächlich nur zu ängstlich, oder sind viele andere einfach nur geblendet? Ich weiß es nicht…

Stress, die Faktoren und Prävention

Stress, dessen Faktoren und Prävention

Wie gehe ich mit Stress um.

 Wir leben in einer Erfolgs- und leistungsorientierten Gesellschaft und unser Terminkalender ist jeden Tag bis zum Bersten gefüllt. Jede freie Minute wird verplant um einhundertfünfzig Prozent zu geben, weil einem dies so eingetrichtert wurde.

Auf Grund der Tatsache, dass wir schon so lange auf diesem hohen Niveau agieren, merken wir nicht, dass auch unser Stress-Level auf einem hohen Niveau angesiedelt ist., was zwangsläufig zu Problemen führt.

 

Probleme, die bei Stress auftreten können, sogenannte Stressreaktionen:

Kopfschmerzen, Verspannungen, Rückenschmerzen, Magenprobleme, Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck, schnellere und flache Atmung, Schwächung des Immunsystems und Störung der Sexualfunktion

 

Chronisch auftretende Beschwerden bei Stress-Dauerbelastung:

Herz-Kreislauf-Probleme, psychosomatische Erkrankungen wie etwa Depression, Burnout, Angststörungen, sexuelle Unlust und eine hohe Infektanfälligkeit.

 

Wie sich Stress auswirkt:

Bei normalen Stress-Situationen erhöht sich das Stress-Level kurzzeitig, Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet, die Leistung des Körpers wird gesteigert, man kann so kurzzeitig ein erhöhtes Arbeitspensum leisten. Danach fährt das Stresslevel runter, man entspannt, die Atmung und der Puls normalisieren sich, eine Erholungsphase tritt ein.

Aber bei Menschen mit dauerhafter Stressbelastung, siedelt sich der Stresspegel hoch an, die Erholungsphasen fallen kurz aus und man befindet sich so auf einem dauerhaft hohen Stresspegel.

Dies führt auf Dauer zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Abgesehen von den oben bereits beschriebenen gesundheitlichen Nachteilen die auftreten können, sind auch Wirbelsäulenschäden keine Seltenheit, da die Muskulatur im Schulter/Nackenbereich dauerhaft verspannt und so beispielsweise zu Schäden an der Halswirbelsäule führen können.

Da Stress auch als Kampf-Flucht-Reaktion bezeichnet wird, was evolutionsbedingt dazu gedacht ist, Gefahren-Situationen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren, ist es heute natürlich anders. Man öffnet Montagmorgens sein Email-Postfach und eine Flut an Emails wartet auf Bearbeitung, oder man steht kurz vor dem Urlaub und der Schreibtisch muss noch abgearbeitet werden.

Das ist der Stress den wir heute empfinden. Wir reagieren sofort mit Erhöhung der Herzfrequenz und Transpiration, was auch deutlich wird, wenn man zum Beispiel im Straßenverkehr plötzlich stark bremsen muss, weil ein Ball auf die Straße rollt, oder ähnliches.

Um dann für die Situation gewappnet zu sein, verändert der Körper die Prioritäten. Kampfbereitschaft wird hergestellt. Muskulatur, Atmung und Aufmerksamkeit werden verstärkt mit Energie versorgt, während Verdauung und andere Körperfunktionen heruntergefahren werden.

Bei einer andauernden Stresssituation kann es so auch zu Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt und dem Herz-Kreislauf-System kommen. Nicht selten sind auch Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit und Erschöpfungszustände der Fall.

 

Was kann ich gegen Stress unternehmen?

Nun, man kann zum einen Versuchen, Arbeit umzuverteilen, das Gespräch mit der Geschäftsleitung oder zuerst mit der Vertrauensperson zu suchen, um eine Lösung zu finden. Manchmal reicht schon eine Umverteilung der Tätigkeiten um etwas Luft zu verschaffen.

Dies ist aber nur ein Teil dessen, was man für sich selbst tun kann, denn auch im privaten Bereich gibt es Möglichkeiten und gerade da besteht das meiste Potenzial für Veränderungen.

Der Vorabcheck mittels Auflistung der Tätigkeiten die den Tag über anfallen. Block und Stift zur Hand nehmen und alle Tätigkeiten mit Zeitangabe, wie lange diese gedauert haben, notieren. Dieses, nennen wir es mal Logbuch, ruhig eine ganze Woche lang führen.

Du wirst merken wie voll man sich den Tag packt. Hast Du noch Luft zum Atmen? Tatsächlich? Wie erklärst Du dir dann, dass dein Tag dem Logbuch zur folge 36 Stunden haben müsste? Ein krasses Beispiel ich weiß, aber mach den Test!

Man betrachtet dann die Aufzeichnung und wird schnell merken, dass kaum noch, oder gar keine Zeit mehr bleibt, die man für sich nutzt. Man sollte nun überlegen, ob man nicht Dinge weglässt, bzw. kombiniert. Man sollte mittels Textmarker in verschiedenen Farben die einzelnen Punkte priorisieren.

Was ist wichtig und kann nicht verschoben oder eingespart werden, was kann man getrost weglassen bzw. auf ein oder zwei Tage pro Woche reduzieren, was kann ganz weg und was kann ich womöglich kombinieren. Vier Farben, vier Kategorien.

Schnell wird klar werden, was an Tätigkeiten gespart und an Zeit freigegeben werden kann. Zeit, die nicht für andere Dinge vergeudet wird, sondern Zeit für Dich! Denn da sind wir schon bei dem was wir für uns tun können.

Zum Beispiel ein Hobby, etwas dass Du schon immer tun wolltest. Sei es Sport, oder Model-Bau, Lesen etc. das Angebot ist vielfältig. Ein Hobby bringt Freude, Zufriedenheit und vor allem ein Erfolgserlebnis, was so unheimlich wichtig für das eigene Wohlbefinden ist. Soziale Kontakte pflegen, mit der Familie oder Freunden etwas unternehmen.

Am besten aber wenigstens eine viertel Stunde Auszeit für sich selbst nehmen. Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training eignen sich dazu besonders gut, im hier und jetzt zu sein. Ganz bewusst den eigenen Körper wahrnehmen, um so dem Alltag kurz zu entfliehen, ganz bei sich zu sein.

 

Körper und Gedanken-Check:

Bin ich ganz bei mir, oder bin ich mit meinen Gedanken bei den Dingen die es noch zu erledigen gilt?

Helfen mir meine momentanen Gedanken dabei, dass ich mich besser fühle?

Atme ich gerade in den Bauch oder nur in die Brust? Die Atmung ist der Schlüssel zur Stressbewältigung! Tief in den Bauch atmen und langsamer wieder ausatmen.

 

Empfehlungen zur Stressreduktion:

  • Achtsamkeitsbasierende Stressreduktion nach einer Methode von Jon Kabat Zinn

 

  • Online-Programme der Krankenkassen zur Stressbewältigung und Entspannung

 

  • Stressbewältigungskurse an den Volkshochschulen

 

Literaturtipps:

  • Maren Schneider: Crashkurs Meditation

 

  • Jon Kabat Zinn: Gesund durch Meditation

 

  • Tagebuch für gute und schlechte Tage: vom Mosaik-Verlag zum Ausfüllen, Selbsteinschätzung und Fokussierung des Positiven

 

  • Gefühle verstehen und Probleme bewältigen vom PAL-Verlag