Das Spiegelbild

Das Spiegelbild

Sich selbst erblicken, mit all seinen Makeln, ungeschönt, pur und real. Keine Chance dazu, unschöne Stellen zu retuschieren, was zu Akzeptanz, oder Ablehnung führen mag. Der Spiegel, ehrlich und unbestechlich bietet er feil, was nur Wenigen angenehm scheint, dabei ist jeder für sich ein Meisterwerk!

Was für Dritte verborgen bleibt, erspäht der Jene selbst, der sich im Spiegel zeigt. Das eigene Gewissen ist es, welches wie ein Echo aus dem Spiegel heraushallt. Wer reinen Herzens ist, vermag sein Spiegelbild zu lieben, doch manch anderer blickt gequält hinein und mustert mit Scham sein hässliches Ich auf dieser anderen Seite.

 

Anderen mag man etwas vormachen können, ja gar ein Meister darin sein, nur sein eigenes Spiegelbild kann man nicht über seinen Charakter hinwegtäuschen. Die Blicke, welche aus dem Spiegel zurückkommen, sie bohren und schmerzen tief.

 

 

Wohl dem, der reinen Gewissen ist, sich selbst liebt und achtet, denn der kann seinem Spiegelbild zulächeln und ist mit sich im Reinen. Jener Mensch ist fähig, Liebe und Achtung an Andere weiterzugeben.

Das Spiegelbild der eigenen Fehler

All zu oft regt man sich über Dinge auf, die andere tun und verschwendet so wertvolle Zeit, sowie Energie und Kreativität, was für wichtige Dinge genutzt werden könnte. Was der Nachbar, der Passant auf der Straße, oder der Arbeitskollege macht, ist dabei total egal.

Es betrifft uns eigentlich nicht und dennoch regen wir uns drüber auf. Es kommt dabei die Frage auf, wieso wir uns über solche Dinge aufregen. Was veranlasst uns dazu und liegt der Ursprung nicht eventuell sogar bei uns?

Es gibt gewiss mehrere Theorien zu diesem Thema, aber ich werde bewusst nur zwei davon beschreiben.

Zum einen geht es dabei um Ablenkung. Es erscheint tatsächlich einfacher sich über das Handeln anderer aufzuregen. Neben dem Effekt der bekämpften Langeweile, hat es dazu wohl etwas unterhaltsames. Man kann stundenlang mit anderen darüber nach Herzenslust lästern und hat so den optimalen Zeitvertreib. Es stellt sich dabei aber die Frage nach dem Charakter jener lästernder Personen, denn die feine Art ist das nicht, sich über andere das Maul zu zerreißen.

Es ist jedoch einfach und erfordert keinen Verstand, gleicht also der seichten Unterhaltung diverser Fernsehsender, man kann so prima die Probleme des Alltags ausblenden. Kopf aus, Mund an und Feuer frei. Es stellt sich dabei nur die Frage, ob man diese alltäglichen Probleme auch hätte, wenn man gleich vor seiner eigenen Türe kehrt…

Variante Nummer zwei wäre der Fakt, dass man an anderen generell das bemängelt, was man selbst falsch macht. Der Nachbar wird auch immer dicker und seine Frau erst! Dass man selbst Übergewichtig ist, verschweigt blendet man dabei aus. Mit dem Finger auf andere zeigen ist einfacher als drüber nachzudenken, was man selbst falsch ma
cht.


Der Vordermann ist wieder mal derart langsam unterwegs, noch ein Stück langsamer und er parkt auf der Autobahn… Wenn man den Verstand anknippst, stellt man fest, dass der Vordermann exakt die erlaubte Geschwindigkeit fährt. Er ist also nicht zu langsam, sondern man selbst zu schnell und dazu noch viel zu dicht aufgefahren!

Der Kerl blinkt noch nicht mal, wenn er abbiegt, selber hat man die Kreuzungen zuvor aber auch nicht geblinkt. Man macht es sich dabei schon sehr bequem, die eigenen Fehler totzuschweigen, während man die Fehler anderer besonders schlimm darstellt.

Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass man lieber erst mal vor der eigenen Türe kehren sollte, bevor man sich den Fehlern anderer widmet. Es erfordert tatsächlich Charakter, um dieses eigene Fehlverhalten einzugestehen und im Anschluss etwas daran zu ändern. Hat man diese Hürde erstmal genommen, lebt es sich viel entspannter und die anderen können einem herzlich egal sein. Das ist wahrer Luxus!