Die Schönheit der Stadt

Städte, eine Ansammlung von kalt wirkenden Betonbauten, in Abwechslung zu alten ehrwürdigen Häusern. Moderne und Geschichte so nah beieinander und gerade deshalb so bunt und lebendig.

Trotz der Massen an Menschen, welche jeden Tag zur Rushhour die Straßen füllen, spürt man allgegenwärtig eine Anonymität. Dieses Gefühl ist befremdlich und man fragt sich, während man eine dieser großen breiten Straßen entlang läuft, ob man in einer großen, lauten Stadt tatsächlich glücklich leben kann.

Der Gedanke war gerade so zu Ende gedacht, als sich die Straße kreuzt. Ein Blick nach rechts in die Straße hinein, offenbart den Blick auf eine Allee, welche mit ihren schattenspendenden Bäumen und einem kleinen Straßencafe zum verweilen einlädt.

Ich nehme das Angebot an, ruhe etwas unter einem dieser mächtigen Ahornbäume. Bei einem leckeren Milchkaffee und einem Stück Obstkuchen, lässt es sich hervorragend aushalten. Ich genieße zum erstenmal seit langem einen entspannten Moment in der Stadt.

Während ich meinen Kuchen genoss, beobachtete ich das zwar leicht abflauende, aber dennoch stete Treiben in den Straßen. Es ist wunderbar, einfach zu beobachten und dabei Gedanken ziehen zu lassen.

Nachdem ich gezahlt und mich für diese Leckerei bedankt hatte, zog ich weiter Richtung Innenstadt. Vorbei an einem mächtigen Glasbau, welcher sich als Universität herausstellte, weiter an einer der vielen Hauptstraßen Richtung Zentrum. Ein Fluss kreuzt und ich laufe über eine steinerne Brücke, eine dieser Sandsteinbrücken, verziert mit Ornamenten.

Es kam etwas Wind auf und brachte in dem Moment etwas Erfrischung mit sich, da die Häuser und Straßen schon sehr viel Wärme speichern. In manchen Gassen hat man das Gefühl, dass man nur schlecht Luft bekommt. Nicht von den Abgasen, sondern allein nur von der Wärme, welche abgestrahlt wird und so die engen Gassen sehr drückend erscheinen lassen.

Dennoch erblickte ich bis auf ein paar genervte Autofahrer keine schlecht gelaunten Menschen. Ich biege wieder in eine Straße ein, dem Schild Richtung Innenstadt folgend, als ich an einem Freibad vorbei kam. Mit einem schönen Eingangsbereich lud es zur Erfrischung ein.

In der Innenstadt angekommen mit seinem Kern, der Einkaufsmeile und dem rasanten Treiben, ist es sofort Schluss mit der Ruhe. Hektik macht sich breit, ein reges Treiben an den Geschäften und eine gefühlt noch größere Hitze an diesem Sommertag.

Die gemütliche Atmosphäre weicht dem städtischen Alltagsstress. Jetzt weiß ich, wieso ich es mir am Stadtrand oder auf dem Land eher gefallen lasse. Darüber können auch die unzähligen Eisdielen nicht hinwegtäuschen.

Bei all den Eindrücken, die ich sammelte, bei all der Schönheit, welche solch eine Stadt ausstrahlt, bleibt dennoch die Anonymität bestehen. Einsam irgendwann in seiner Wohnung, in irgendeiner Nebenstraße sterben und keiner bekommt es mit?

Auf dem Land undenkbar! Man grüßt sich täglich, schaut auf seine Nachbarn und man hat immer das Gefühl, dass nichts passieren könnte.

Gut… Man hat dann auch Trecker und den eindringlichen Gestank, wenn der Bauer seinen Odel ausbringt, aber so hat eben alles seine zwei Seiten. Das Land und die Stadt.